Kunst und Natur – Art in Nature: Benesse Art Site Naoshima, Japan

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Die Skulptur „Pumpkin“ („Kürbis“), ein Werk der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama, steht am Eingang der Benesse Art Site Naoshima © Sabine Pollmeier

Im vierten und letzten Teil der Dokumentationsreihe auf Arte geht es nach Fernost, zur Benesse Art Site Naoshima. Dieser Museumskomplex erstreckt sich über drei japanische Inseln und mehrere Dörfer. Überall ist Kunst zu bestaunen und zu erleben. Der große japanische Architekt Tadao Ando hat in enger Zusammenarbeit mit dem Bauherrn und teils auch mit den Künstlern, großartige Räume für die Kunst geschaffen. Boote ermöglichen den Transfer von einer Insel zur nächsten. Es ist ein faszinierender Museumskomplex, in dem Natur, Architektur und Kunst zu einer großartigen und ganzheitlichen Erfahrung werden. Mehr dazu unter Art & Culture on TV

The Benesse Art Site Naoshima is a very special Museum set up on three japanese islands and some villages. This Museum is featured in a documentary shown on Arte TV. There is art all over to see and to enjoy. Boats take visistors from one island to another. Famous japanese architect Tadao Ando designed the buildings in cooperation with the owner and the artists, like korean artist Lee Ufan, and set up standarts for a clean and stunning architecture in a close conversation with the artworks exhibited there. It is the fourth and last part of the documentary about rich art collectors and their museums. The documentary ist also available in English. Just click here.

Kunst und Architektur – Art and Architecture: Sifang Art Museum, Nanjing, China

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Nahe der ostchinesischen Metropole Nanjing entstand am Rand eines Nationalparks ein architektonisches Großprojekt von dem viele Architekten und Künstler träumen: Das Sifang Art Museum. Der zweite Teil der Dokumentationsreihe „Kunst im Paradies“ auf Arte bereist diese bemerkenswerte Architekturlandschaft, die zeigt, was zeitgenössische Architektur leisten kann – wenn ihr die entsprechenden Freiräume gelassen werden. Ideengeber und Finanzier sind der chinesische Bauunternehmer Lu Jun und sein Sohn Lu Xun, der Direktor des Museums.

Die beiden luden im Jahr 2003 junge, aufstrebende Architekten aus aller Welt ein, dort ihr Traumhaus zu entwerfen. Die einzigen Vorgaben: 500 Quadratmeter Wohnfläche und vier Schlafzimmer. Mittlerweile ist das Architekturensemble des Sifang Art Museums so gut wie vollendet – an keinem anderen Ort auf der Welt ist zeitgenössische Architektur in einer solchen Dichte und Qualität zu erleben. Mehr unter Art & Culture on TV

Close to Chinese Megacity Nanjing a tremendous architectural project took place: The Sifang Art Museum, close to a huge national park area. For selected architects and one artist (Ai Weiwei) a dream became true. Without any limitations – only preset: the size of 500 square meters and four bedrooms – they could design a building of their own. The second part of this magical documentary on Arte TV is introducing a very modern Utopia which is a perfect contrast to the buildings in the city of Nanjing. Initiated in 2003 by constructor Lu Jun and his son Lu Xun, the project is now close to be completed. There is no other place on earth where one can find such a selection of contemporary architecture so closely together and with an outstanding kind of quality. The documentary is also available with english subtitles under Art & Culture on TV

Das Atelier Brancusi in Paris

Wie im vorherigen Beitrag bereits angekündigt, konnte ich mein Vorhaben bei meinem letzten Parisaufenthalt endlich in die Tat umsetzen und habe das Atelier des rumänisch-französischen Bildhauers Constantin Brancusi (1876-1957) besucht. Nach dem TV-Beitrag auf Arte war ich erst recht neugierig auf das, was in dem flachen Gebäude, erbaut von Renzo Piano, links neben dem Haupteingang des Centre Pompidou vorzufinden ist. Und nach einem langen Spaziergang durch die heiße Stadt (über 33 Grad), war ich froh, in das helle und vor allem gut klimatisierte Atelier abtauchen zu können.

Im ersten Teil sind seine wunderbaren Arbeiten zu sehen. Brancusi hatte nach seinem Tod 1957, das komplette Atelier an den französischen Staat vermacht. Die aktuelle Variante, eine exakte Rekonstruktion des ursprünglichen Ateliers wurde 1997 auf dem Platz links vor dem Centre Pompidou erbaut. Es beinhaltet u. a. 137 Skulpturen, 87 Grundlagen, 41 Zeichnungen, zwei Gemälde und über 1600 Fotografie-Platten aus Glas und natürlich die Werkzeuge mit den Brancusi seine Skulpturen erarbeitete.

Die Räumlichkeiten selbst sind durch Glaswände geschützt, was mir dabei sehr gut gefallen hat, waren die rundum aufgestellten Bänke, so dass man sich setzen und die Vielzahl des Gezeigten in aller Ruhe auf sich wirken lassen konnte. Fast wie eine kleine Meditation in Sachen Kunst. Die Beschreibungen an den Seiten ähnelten wegen der Vielzahl dessen, was zu sehen war, eher Suchbildern, daher waren die Bänke eine willkommene Option, Werk und Formenvielfalt aufzunehmen und zu genießen.

Wenn man sich von den Objekten gelöst hat, geht es weiter zum eigentlichen Atelierbereich, wo u.a. sein Handwerkszeug, Skulpturen (fertige und sich in Arbeit befindende), Gemälde, Fotografien sowie der Rückzugsbereich des Künstlers vorzufinden sind.

Wer also auf Kunsttour in meiner Lieblingsstadt ist, dem kann ich einen Besuch in diesem kleinen, aber feinen Museum nur wärmstens empfehlen. Der Eintritt ist frei und der Eindruck dessen, was man geboten bekommt – unbezahlbar.

 

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Täglich von 14.00 bis 18.00 – ausser dienstags – geöffnet!

Der Eintritt ist frei!

 

 

Neuland: Jose Dávila. Die Feder und der Elefant, in der Hamburger Kunsthalle

Vom 2. Juni 2017 bis zum 3. Juni 2018

Nach Haegue Yang ist der mexikanische Künstler Jose Dávila (geb. 1974, in Guadalajara) der Zweite, der eine ganzjährige Ausstellung in der Galerie der Gegenwart mit seinen Skulpturen und Installationen bestückt. „Neuland“ ist ein Ausstellungsformat der Hamburger Kunsthalle, dass es Künstlern ermöglicht, ihre Werke mit Hintergrund globaler Veränderungen über einen langen Zeitraum zu präsentieren. Die ausgestellten Werke werden eigens dafür konzipiert, so auch die sieben Exponate Dávilas, der übrigens das erste Mal in Deutschland ausstellt.

Zu seinen bevorzugten Materialen zählen alle Arten von Glas, von Plexi- bis Spiegelglas, für ihn ein absolut zeitgemäßes Material, als auch Marmor. Für die Exponate in der Hamburger Kunsthalle wurde nicht nur die Architektur des Hauses berücksichtigt und die Installationen auf die Gegebenheiten der Räume abgestimmt, auch einige der verwendeten Materialien kommen aus dem Hamburger Umland sowie aus Mexiko. Steine und deren organische Struktur haben für den Künstler eine ganz besondere Bedeutung. Was sich ein bisschen wie der berühmte „Rote Faden“ durch die Ausstellung zieht, sind die Befestigungen seiner teils doch sehr fragilen Installationen: Es sind Gurtbänder, in Gelb und Rot, die eigens für Dávila angefertigt werden, und die seinen Werken eine gewisse Komplexität verleihen.

Was mich begeistert hat, dass sind die Transparenz und Leichtigkeit, die bereits erwähnte Fragilität sowie die Diversität, die einem die Exponate in den lichtdurchfluteten Räumen immer wieder neu entdecken und erleben lassen – wie auch durch den Titel der Ausstellung „Die Feder und der Elefant“ deutlich wird. Man darf auch gespannt sein, wie sich die Lichtverhältnisse und die Reflexionen im Lauf eines Jahres bei der Betrachtung verändern. Ich freue mich darauf und werde bei meinen künftigen Besuchen immer wieder dort vorbeischauen.

Jose Dávila ist ein Künstler, der es wert ist entdeckt zu werden. Nach seinem Architekturstudium belegte er Kurse für Skulptur und Fotografie. So ist es nicht verwunderlich, dass in seinen Arbeiten spielerische Reflexionen, kritische Kommentare und offene Hommagen an die Kunst- und Architektur-Avantgarde des 20. Jahrhunderts zu erkennen sind. Zu deren namhaften Vertretern gehören u. a. Größen wie Richard Serra, Donald Judd oder Dan Flavin.

Ausgewählte Objekte wie das größte der Exponate „The riddles have been unriddled“, mit den gelben Spanngurten, verbleiben als Dauerleihgabe im Besitz der Hamburger Kunsthalle.

Hamburger Kunsthalle
Glockengießerwall 5
20095 Hamburg
Tel. +49(0)40-428131-200

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag, von 10.00 bis 18.00 Uhr
Donnerstag von 10.00 bis 21.00 Uhr
Montags geschlossen