Kunst und Licht – Art and Light: Das James Turrell Museum in Colomé / Argentinien und Bernard Buffet – auf Arte

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James Turrell, Apani (Ganzfeld), 2011 @ starkandart.com
James Turrell, Apani (Ganzfeld), 2011 – James Turrell Exhibition at Museum Frieder Burda, Baden-Baden 9. Juni – 28. Oktober 2018 @ starkandart.com

TV-Tipp 1:
Dem US-amerikanischen Lichtmagier James Turrell und seinem Museum in Colomé, in den argentinischen Anden, ist der dritte Teil der Reihe „Kunst im Paradies“ auf Arte gewidmet. Der Schweizer Unternehmer und Kunstsammler Donald Hess baute dort seinem Lieblingskünstler ein Kleinod, das seinesgleichen sucht. In großer Höhe und klarer Luft kommen die wunderbaren Installationen Turrells exzellent zur Geltung. Mehr unter Art & Culture on TV

The Master of Light, US-american artist, James Turrell and his wonderful Museum, located in Colomé, Argentina, will be featured in the third part of the documentary „Kunst im Paradies (Art in Paradise)“ on Arte TV. Swiss Entrepreneur and art collector Donald Hess build in the middle of the Andes a treasure which is one of a kind. Considering the Hight and the clear air the marvelous installations from Turell comes into their own. The documentary is also available with english subtitles. Just click here

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Bernard Buffet, Head of a Clown, 1955 © starkandart.com

TV-Tipp 2:
Der Tipp ist einem in Vergessenheit geratenen Künstler gewidmet, dem das Pariser Museum für Moderne Kunst vor anderthalb Jahren eine großartige Ausstellung gewidmet hatte: Bernard Buffet (1928-1999) – Der wilde Maler. Er war einer der bedeutendsten Künstler der Postmoderne und hatte mit seinem signifikanten Malstil einen großen Wiedererkennungswort. Buffet blieb seinem Stil, dem Realismus treu. Er verabscheute abstrakte Kunst. Mehr zur Dokumentation unter Art & Culture on TV!

To mark the launch of „The Wild Painter“ exhibition of Buffets work at the Musée d’Art Moderne in Paris, shown at the End of 2016 until February 2017, the film take a look at one of the most important painters of French post-war period. Caught between pop and punk, and radicalism and the desire for life: no other artist has risen and fallen quite so dramatically as Bernard Buffet (1928-1999). To watch the documentary just click here

Kunst und Architektur – Art and Architecture: Sifang Art Museum, Nanjing, China

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Nahe der ostchinesischen Metropole Nanjing entstand am Rand eines Nationalparks ein architektonisches Großprojekt von dem viele Architekten und Künstler träumen: Das Sifang Art Museum. Der zweite Teil der Dokumentationsreihe „Kunst im Paradies“ auf Arte bereist diese bemerkenswerte Architekturlandschaft, die zeigt, was zeitgenössische Architektur leisten kann – wenn ihr die entsprechenden Freiräume gelassen werden. Ideengeber und Finanzier sind der chinesische Bauunternehmer Lu Jun und sein Sohn Lu Xun, der Direktor des Museums.

Die beiden luden im Jahr 2003 junge, aufstrebende Architekten aus aller Welt ein, dort ihr Traumhaus zu entwerfen. Die einzigen Vorgaben: 500 Quadratmeter Wohnfläche und vier Schlafzimmer. Mittlerweile ist das Architekturensemble des Sifang Art Museums so gut wie vollendet – an keinem anderen Ort auf der Welt ist zeitgenössische Architektur in einer solchen Dichte und Qualität zu erleben. Mehr unter Art & Culture on TV

Close to Chinese Megacity Nanjing a tremendous architectural project took place: The Sifang Art Museum, close to a huge national park area. For selected architects and one artist (Ai Weiwei) a dream became true. Without any limitations – only preset: the size of 500 square meters and four bedrooms – they could design a building of their own. The second part of this magical documentary on Arte TV is introducing a very modern Utopia which is a perfect contrast to the buildings in the city of Nanjing. Initiated in 2003 by constructor Lu Jun and his son Lu Xun, the project is now close to be completed. There is no other place on earth where one can find such a selection of contemporary architecture so closely together and with an outstanding kind of quality. The documentary is also available with english subtitles under Art & Culture on TV

Gauguin – im Kino! Mit Verlosung!

Wer sich ein bisschen mit Kunst auskennt, der weiß genau, mit welchen Bildern der französische Maler Paul Gauguin (1848-1903) bekannt wurde: Es waren meist jene, die sein Leben und seine Eindrücke von der Trauminsel Tahiti in Französisch-Polynesien wiedergaben, Gemälde voll Farbenpracht und geheimnisvollen Botschaften. Leider hat Gauguin zu Lebzeiten immer wieder um Anerkennung gekämpft. Diese wurde ihm, wie bei so vielen großen Künstlern, erst nach seinem Ableben und nachdem erkannt wurde, welche Rolle er in der Kunstgeschichte spielt, zuteil. Hier ein paar seiner Werke, die ich in der großen Sergei Schtschukin Ausstellung in der Fondation Louis Vuitton in Paris gesehen habe – sie sind allesamt auf Tahiti entstanden. Eine Doku über den russischen Textilmagnaten gibt’s am nächsten Sonntag auf Arte. Mehr unter Art & Culture on TV

Wer gestern bei der Dokumentation auf Arte schon einmal in Gauguins Welt und Wesen eintauchen konnte, der kann es ab dem 2. November auch im Kino tun. Dann startet ein sehenswertes Biopic über den Künstler mit Vincent Cassel in der Rolle des berühmten Malers.

Unverstanden von seinen Mitmenschen und seinem europäischen Umfeld, zieht es Paul Gauguin Ende des 19. Jahrhunderts nach Tahiti. Aber auch dort führt er zunächst ein Leben in Einsamkeit, Hunger und Krankheit. Verstoßen von der französischen Gesellschaft und abgelehnt von den Menschen auf der Insel, führt er ein Leben in finanzieller Not und innerer Zerrissenheit. In Edouard Delucs Erstlingswerk spielt Vincent Cassel den Maler mit viel Ausdruckskraft und Sensibilität und bringt dessen innere Gebrochenheit und seinen ambivalenten Charakter gekonnt auf den Punkt.
Während seinen Erkundungstouren über die Insel trifft er auf die junge Eingeborene Tehura (Tuhei Adams), die seine Muse und auch Modell seiner bekanntesten Gemälde werden wird. Als freier Mann in der Wildnis – fernab der Politik und den Regeln eines zivilisierten Europas, entwickelt er einen völlig neuen Malstil – mit gewagten Farben und Motiven. Obsessiv als Künstler ist er getrieben von dem Wunsch, mit gesellschaftlichen Konventionen zu brechen und schafft in der Wildnis Tahitis für seine Zeit außergewöhnliche und bedeutende Kunstwerke.

Einen kleinen Vorgeschmack auf den Film gibt es hier: GAUGUIN – Und wer nun Lust auf einen lauschigen Kinoabend mit tollen Akteuren in einer Traumkulisse bekommt, der darf sich freuen:

StudioCanal hat 2 x 2 Karten zur Verfügung gestellt. Sie sind bundesweit einsetzbar.

Wer folgende Frage richtig beantwortet, hat die Chance auf einen wunderbaren Kinoabend:

„Wohin flüchtete sich Paul Gauguin, als er sich von Europa abwandte?“

Kleiner Tipp: Steht im Beitrag!

Die richtige Antwort geht bis Donnerstag, 2. November 2017, 24.00 Uhr,
mit dem Stichwort „Gauguin“ an: info@starketexte.de
  

Viel Glück!

Wichtig: Die Anschrift nicht vergessen! Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Der/die Gewinner werden umgehend benachrichtigt und die Karten per Post zugesandt.

Das Atelier Brancusi in Paris

Wie im vorherigen Beitrag bereits angekündigt, konnte ich mein Vorhaben bei meinem letzten Parisaufenthalt endlich in die Tat umsetzen und habe das Atelier des rumänisch-französischen Bildhauers Constantin Brancusi (1876-1957) besucht. Nach dem TV-Beitrag auf Arte war ich erst recht neugierig auf das, was in dem flachen Gebäude, erbaut von Renzo Piano, links neben dem Haupteingang des Centre Pompidou vorzufinden ist. Und nach einem langen Spaziergang durch die heiße Stadt (über 33 Grad), war ich froh, in das helle und vor allem gut klimatisierte Atelier abtauchen zu können.

Im ersten Teil sind seine wunderbaren Arbeiten zu sehen. Brancusi hatte nach seinem Tod 1957, das komplette Atelier an den französischen Staat vermacht. Die aktuelle Variante, eine exakte Rekonstruktion des ursprünglichen Ateliers wurde 1997 auf dem Platz links vor dem Centre Pompidou erbaut. Es beinhaltet u. a. 137 Skulpturen, 87 Grundlagen, 41 Zeichnungen, zwei Gemälde und über 1600 Fotografie-Platten aus Glas und natürlich die Werkzeuge mit den Brancusi seine Skulpturen erarbeitete.

Die Räumlichkeiten selbst sind durch Glaswände geschützt, was mir dabei sehr gut gefallen hat, waren die rundum aufgestellten Bänke, so dass man sich setzen und die Vielzahl des Gezeigten in aller Ruhe auf sich wirken lassen konnte. Fast wie eine kleine Meditation in Sachen Kunst. Die Beschreibungen an den Seiten ähnelten wegen der Vielzahl dessen, was zu sehen war, eher Suchbildern, daher waren die Bänke eine willkommene Option, Werk und Formenvielfalt aufzunehmen und zu genießen.

Wenn man sich von den Objekten gelöst hat, geht es weiter zum eigentlichen Atelierbereich, wo u.a. sein Handwerkszeug, Skulpturen (fertige und sich in Arbeit befindende), Gemälde, Fotografien sowie der Rückzugsbereich des Künstlers vorzufinden sind.

Wer also auf Kunsttour in meiner Lieblingsstadt ist, dem kann ich einen Besuch in diesem kleinen, aber feinen Museum nur wärmstens empfehlen. Der Eintritt ist frei und der Eindruck dessen, was man geboten bekommt – unbezahlbar.

 

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Täglich von 14.00 bis 18.00 – ausser dienstags – geöffnet!

Der Eintritt ist frei!

 

 

Picasso und die Frauen – kunsthalle messmer, Riegel – bis 12. Nov. 2017

Die kunsthalle messmer widmet sich in ihrer 25. Ausstellung einem der größten Künstler des 20. Jahrhunderts: Pablo Picasso. Über ihn als Mann mag man denken, was man will, aber als kreatives Genie hat er unumstritten Geschichte geschrieben. Schwerpunkt der Ausstellung sind die Frauen in seinem Leben. Nichts hat ihn so sehr beeinflusst und inspiriert wie das ewig Weibliche. Seine, ich nenne sie mal Gefährtinnen auf Zeit, fanden in unzähligen seiner Werke Ausdruck und zeigten ihren Einfluss auf ihn – und umgekehrt. Ob als Muse, Ehefrau oder Geliebte – jede wurde auf Leinwand gebannt oder fand als Skulptur ihren Platz in der Geschichte des Jahrhundertgenies. Einige von ihnen griffen auch selbst zum Zeichenstift und waren künstlerisch tätig. Davon sind bei Messmer einige Beispiele zu sehen.

Unter anderem Skizzen von seiner ersten langjährigen Gefährtin in Paris, Fernande Olivier, genannt „La Belle Fernande“. Beide lebten zusammen in jener Behausung im Bateau-Lavoir im Montmartre Viertel, wo neben Picasso auch andere weltberühmte Künstler wie Otto Freundlich, Kees van Dongen, Amedeo Modigliani und Juan Gris u. v. a. lebten. Olivier stand unter anderem Modell für alle Frauen des berühmten Gemäldes „Les Demoiselles d`Avignon“, entstanden 1907, das heute als Meilenstein in der Entwicklung des Kubismus und als Schlüsselwerk der Klassischen Moderne überhaupt gewertet wird. Es ist im Museum of Modern Art in New York zu bewundern.

Auch die farbenfrohen Gemälde der Malerin Françoise Gilot, Mutter seiner beiden jüngsten Kinder Paloma und Claude sind ausgestellt. Gilot war übrigens die einzige Frau, die Picasso jemals verlassen hatte. Nach zehn Jahren an der Seite des Egomanen und dem Ertragen seiner unzähligen Affären, gab sie ihm 1953 den Laufpass. Daniel-Henry Kahnweiler, Picassos Kunsthändler, hatte auch Françoise Gilot unter Vertrag, was Picasso aus Rache dazu veranlasste, Kahnweiler zu erpressen: Entweder er beendet den Vertrag mit Gilot oder Picasso beendet seine Zusammenarbeit mit Kahnweiler. Man ahnt, wozu sich der Kunsthändler entschieden hatte. Zum Glück hielt das Gilot nicht davon ab, weiterhin ihren Weg zu gehen und sich als Künstlerin zu etablieren. Heute lebt sie, inzwischen 95, in New York.

In jener Zeit, als Gilot ihn verließ, traf er in Vallauris, Südfrankreich, auf seine Muse Sylvette David, ein junges Mädchen, von dessen Anblick er sofort begeistert war und das ihn mit ihrem Stil und ihrer Schüchternheit in den Bann zog. Ihre Ponyfrisur mit dem sehr hoch angesetzten Pferdeschwanz inspirierte sogar Brigitte Bardot. Sylvette war wohl eine der wenigen Frauen, die nicht mit ihm intim waren und die ihm nur Modell saß. Picasso fertigte zahlreiche Porträts von ihr, die in einer wunderbaren Ausstellung im Jahr 2014 in der Kunsthalle Bremen zu bewundern waren. Der Einfluss Picassos bei Sylvette, die sich heute Lydia Corbett nennt, zeigt sich unverkennbar in ihren Bildern. Und zu meiner großen Freude konnte ich Sylvette David aus Anlass der Ausstellungseröffnung kennenlernen. Sie ist eine wunderbare, in sich ruhende und warmherzige Künstlerin, die heute in England lebt und erfolgreich als Malerin und Bildhauerin tätig ist.

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Eine wunderbare Begegnung – Sylvette David (r.) und ich ©starkandart.com

Die weiteren in der Ausstellung vorgestellten Frauen sind Eva Gouel, von 1911-15 seine große Liebe, die mit knapp 30 Jahren viel zu früh an TB verstarb. Diese Beziehung war auch Vorlage für einen wunderbaren Roman von Anne Girard „Madame Picasso“ (falls noch jemand Urlaubslektüre braucht). Dann natürlich seine erste Ehefrau, die russische Tänzerin Olga Khokhlova, Mitglied des Ballets Russes von Sergei Diaghilev. Aus dieser Ehe ging Sohn Paul hervor, allerdings hielt sie nur gute zehn Jahre, scheiden ließen sich die beiden allerdings nie und so waren sie bis zu Khokhlovas Tod im Jahr 1955 miteinander verheiratet.

Pablo Picasso, Gesicht (Marie Thérèse), Lithografie, 1928, Kunstmuseum Pablo Picasso Münster
Pablo Picasso, Gesicht (Marie Thérèse), Lithografie, 1928, Kunstmuseum Pablo Picasso Münster © starkandart.com

Der Trennungsgrund jener Ehe war die Beziehung zu Marie-Thérèse Walter, die er als blutjunges Mädchen in den Galeries Lafayette in Paris angesprochen hatte und die fortan seine heimliche Geliebte war. Mit der Heimlichkeit war es allerdings vorbei, als im Oktober 1935 die gemeinsame Tochter Maya geboren wurde. Marie-Thérèse und Picasso waren zeitlebens verbunden. Sie war die einzige Frau, die seine Haare und Zehennägel schneiden durfte. Ihre markanten Gesichtszüge sind in zahlreichen seiner Werke gut zu erkennen. Während er mit ihr liiert war, begann auch schon seine nächste Affäre mit der Fotografin und Malerin Dora Maar. Sie war es auch, die ihn mit der Kamera bei der Entstehung seines Monumentalgemäldes Guernica begleitete. Das neben „Les Demoiselles d’Avignon“ bekannteste Gemälde Picassos entstand 1937 als Reaktion auf den Luftangriff durch Italien und Deutschland auf die spanische Stadt Guernica. Es hängt heute im Museo Reina Sofia in Madrid.

Auch seine zweite und letzte Ehefrau, Jacqueline Roque, findet sich in der Ausstellung wieder. Sie war die letzten 20 Jahre, bis zu seinem Tod im April 1973 mit ihm zusammen. Wie bereits zuvor Marie-Thérèse Walter (1977), nahm sich auch Roque einige Jahre nach Picassos Tod im Jahr 1986 das Leben.

Ein weiteres und für mich sehr schönes Highlight sind die Skizzen, die Picasso von Angela Rosengart fertigte. Rosengarts Vater war Kunsthändler und mit dem Künstler gut befreundet. Und wer mal in Luzern, in der Schweiz ist, dem kann ich nur wärmstens einen Besuch in der Sammlung Rosengart ans Herz legen. Ich bekam Schnappatmung als ich die unzähligen Gemälde, Skizzen, Objekte und Fotografien, u. a. von David Douglas Duncan, dort gesehen habe. Von den wunderbaren Bildern Paul Klees, Joan Mirós, Marc Chagalls, Henri Matisse und vielen andern ganz zu schweigen.

Aber zuerst empfehle ich natürlich wärmstens den Besuch in der kunsthalle messmer bei „Picasso und den Frauen“, mit mehr als 120 Arbeiten aus bedeutenden Museen und Privatsammlungen. Sie vermittelt in einzigartiger Weise Einblicke über das künstlerische Schaffen des Malers und in die Werke der Frauen um das Jahrhundertgenie.

kunsthalle messmer
Grossherzog-Leopold-Platz 1
79359 Riegel am Kaiserstuhl
Tel.: +49 (0) 7642 920 162 0

Öffnungszeiten: Di. bis So., 10 – 18 Uhr