Happy Birthday, Gerhard Richter!

Einer der bedeutendsten deutschen Künstler feiert heute, am 09. Februar 2017, seinen 85. Geburtstag. Er arbeitet als Maler, Bildhauer und Fotograf und seine verkauften Werke gehören auf dem Kunstmarkt mit zu den teuersten eines lebenden Künstlers.

Richter, Jahrgang 1932, wuchs im damaligen Ostdeutschland in der Oberlausitz auf und begann zunächst als Bühnen- und Werbemaler zu arbeiten. 1961 dann die Flucht in den Westen, wo er bis 1964 an der Kunstakademie Düsseldorf studierte. Dort erhielt er auch wenige Jahre später, 1971, eine Professur für Malerei. Die behielt er bis 1993.

Doch was wirklich heraussticht, ist sein einzigartiges Oeuvre – weltweit geachtet und in schwindelerregenden Summen gehandelt, in den namhaftesten Galerien und Museen zu bewundern und vom Kunstmarkt nicht mehr wegzudenken. Zwei Stile Richters die mir besonders zusagen, sind seine fotografisch nachgemalten Bilder – meines Erachtens sehr poetisch (siehe oben) – und seine großformatigen Werke, die mit Ölfarbe und Rakel auf die Leinwand aufgebracht werden (siehe unten).

Wer mehr über den Meister und seine Arbeit erfahren will, der kommt noch bis Dienstag, 14. Februar, auf Arte unter diesem Link in den Genuss einer großartigen Dokumentation: Gerhard Richter auf ARTE.

Von Frankreichs Künsten über Monet bis zu Kandinsky – am Sonntag im TV

Am 2. Adventssonntag gibt es gleich drei Leckerbissen in Sachen Kunst im Fernsehen. Der erste Tipp „Macht und Pracht – Frankreichs Künste im zweiten Kaiserreich“ beginnt um 17.35 Uhr auf Arte.

Das zweite französische Kaiserreich (1852-1870) war geprägt von einer Politik der Inszenierung. Nie zuvor hatte ein Regime so eifrig an seiner Selbstdarstellung gefeilt. Das von Dekadenz und Opulenz geprägte Leben der Pariser Oberschicht bedeutete für das kulturelle Leben eine Blütezeit: Die Herrschaft Napoleons des III. hinterließ nachhaltige Spuren in Kunst, Kultur, Architektur, Gesellschaft und Wirtschaft. Maßgeblich war dabei jedoch nur die offizielle Kunst. Unabhängige Kunstformen stießen in Inhalt und Form auf die Ablehnung der Académie des Beaux-Arts. Die von Baron Haussmann in kaiserlichem Auftrag realisierten Großbauprojekte modernisierten das Stadtbild und beeinflussten das soziale Leben in der Hauptstadt maßgeblich. Zum Glück, wie ich finde, denn das wohl schönste Stadtbild der Welt hat nun mal PARIS. Eine sehenswerte und sehr informative Dokumentation.

Mehr dazu morgen, um 17.35 Uhr auf Arte! Die Sendung ist in der Arte Mediathek unter Kunst & Kultur noch für sieben Tage, bis zum 11. Dezember 2016, abrufbar.

Auf ARD-Alpha sind ab 22.15 zwei Dokumentationen über zwei ganz besondere Künstler zu sehen: Claude Monet und Wassily Kandinsky.

22.15 – Zum 90. Todestag: Claude Monet und die Moderne

Wie war Monets (14. November 1840 – 5. Dezember 1926) Einfluss auf die Moderne? Während die breite Öffentlichkeit erst in den letzten beiden Jahrzehnten den „Seerosenbildern“ große Anerkennung zukommen ließ, hatten Künstler der Avantgarde schon ab 1950 die Bedeutung Monets für ihre eigene Entwicklung entdeckt: Die Pariser Orangerie, wo Monets späte Seerosenpanoramen ausgestellt sind, wurde gar zur „Sixtinischen Kapelle der Moderne“ – und gehört bei jedem meiner Parisbesuche zum Pflichtprogramm.

Der Film begibt sich auf die Suche nach der Person Monets und lässt u.a. in Erzählungen seiner Urenkel seine außergewöhnliche Persönlichkeit lebendig werden. Er folgt den Spuren des Künstlers in dessen Haus und Garten nach Giverny – ein Ausflugstipp, falls man gerade in der Gegend oder in Paris ist, den ich Monetfans und Gartenfreunden nur wärmstens ans Herz legen kann. Eine Sequenz des Films begibt sich auch in das geheimnisvolle Venedig, ein anziehender Ort für viele Maler. Zum Thema Venedig gibt es in Hamburg, im Bucerius Kunstforum gerade eine schöne und sehenswerte Ausstellung – noch bis zum 17. Januar 2017.

Tipp: Ab dem 22. Januar bis zum 28. Mai 2017 zeigt die Fondation Beyeler in Riehen anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens ein Ausstellung über Claude Monet. Mehr dazu unter diesem Link

Gleich danach, um 23.00 Uhr: Wassily Kandinsky – Die Welt hinter den Dingen

Kandinsky (16. Dezember 1866-13. Dezember 1944) war einer der außergewöhnlichsten Maler der Moderne. Erst im Alter von 30 Jahren beschloss der Moskauer Jurist und Ethnologe, sich ganz der Kunst zu widmen und von seiner Heimatstadt in die damalige Kunstmetropole München zu ziehen. Dort wird er ab 1908 den Aufbruch in eine neue Malerei wagen: er löst sich in seinen Bildern nach und nach vom gegenständlichen Malen und macht als einer der ersten den Schritt in die Abstraktion. Seine Gemälde, die in München und Murnau entstehen, sind ein Feuerwerk aus Formen und Farbklängen – Ausdruck seiner Empfindung und seines Blickes in die Welt hinter den Dingen.

Aktuell findet, noch bis zum 22. Januar 2017, in der Fondation Beyeler in Riehen bei Basel, eine grandiose Ausstellung über „Marc, Kandinsky & Der Blaue Reiter“ statt (von dort stammen auch die oben gezeigten Bilder).

Die Doku, die anlässlich der großen Kandinsky-Schau im Münchner Lenbachhaus entstand, zeigt Hauptwerke aus allen Schaffensperioden und folgt den Spuren des Künstlers: ins „Russenhaus“ nach Murnau, in sein „Meisterhaus“ in Dessau und in seine letzte Wohnung in Neuilly bei Paris. Historische Filmaufnahmen vermitteln nicht nur authentisch die Zeit der radikalen politischen Umbrüche, sondern zeigen einen Ausnahmekünstler, der als einer der Väter der abstrakten Kunst in die Geschichte eingegangen ist, beim Malen.

Es lohnt sich also aufzubleiben!

Van Gogh vs. Gauguin – Teil 2 – Künstlerduelle auf Arte

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Künstlerduelle, heute, um 17.35 auf Arte  ZDF / © Wende Varga

Heute, um 17.35 Uhr, auf ARTE, folgt der zweite Teil, der Dokureihe „Künstlerduelle“.
Zwei der großartigsten Maler unserer Zeit werden dabei in einem für viele vielleicht ungewöhnlichen Licht beleuchtet. Und um Licht geht es in Arles, um 1888. Dorthin zog es Vincent van Gogh, um sich seinen großen Lebenstraum zu erfüllen: Er ist in der Provence, in seinem kleinen „gelben Haus“, dem Atelier des Südens. Dort will er mit Malerkollege Paul Gauguin eine zukunftsweisende Künstlerkolonie gründen. Im Oktober des Vorjahres hatten sich die beiden in Paris kennengelernt. Es ist die Zeit der Bohème und eines neuen Typs des antibürgerlichen Künstlers. Doch Vincent will so schnell wie möglich die Stadt verlassen. Finanziert von seinem Bruder Theo lässt er sich in Arles nieder, malt Sonnenblumen ohne Ende…

…und träumt von einer Künstler-WG. Er lädt Paul Gauguin ein, ihm zu folgen. Doch beide sind schwierige Charaktere. Sie diskutieren, streiten, kämpfen. Es geht um künstlerische Arbeitsweisen und Vorbilder – und wie fast immer, um Frauen. Nach zwei Monaten eskaliert die Lage in der klaustrophobischen Künstler-WG. Van Gogh hat ein Ohr weniger und ein Mythos ist geboren. Was geschah wirklich in der Nacht zum 24. Dezember 1888? Diese und weitere Fragen werden in der Doku erörtert, mit teils erstaunlichen Ansichten.

Die Sendung ist im Anschluss bis zum 11. Dezember 2016 in der Arte Mediathek unter Kunst & Kultur abrufbar.

Am nächsten Sonntag, 27.11., folgt der letzte Teil: „Nolde vs. Liebermann“

Und vorab, um 16.50 läuft das Kulturmagazin Metropolis. Dort werden u. a. Otto Dix in Colmar und die Raumzeichnungen von Monika Grzymala vorgestellt.

Auch diese Sendung ist im Anschluss an die Ausstrahlung für sieben Tage in der Arte Mediathek unter Kunst & Kultur abrufbar.

 

Die großen Künstlerduelle: Michelangelo vs. Leonardo, auf Arte

In einer 3-teiligen Reihe befasst sich Arte mit großen Künstlern und ihrem teils erbitterten Konkurrenzkampf. Den Auftakt machen morgen, um 17.35 Uhr, „Michelangelo und Leonardo da Vinci“. Es gibt wohl kaum jemanden, egal, ob Kunstkenner oder nicht, denen diese beiden Namen nicht geläufig sind.

Doch werfen wir einen Blick nach Florenz, ins Jahr 1503: Der aktuelle Star der Kunstszene heißt Leonardo da Vinci. Sein neuester Auftrag: Er soll für die junge Republik im Palazzo Vecchio ein monumentales Schlachtengemälde anfertigen. Doch der Meister ist, ja doch, zu langsam. Und so wird sicherheitshalber 1504 ein weiterer Künstler beauftragt: Es ist der erst 29-jährige Michelangelo Buonarroti, der gerade mit seinem „David” als Bildhauer für Furore sorgte und da Vinci dementsprechend ein Dorn im Auge ist. Ein öffentlich inszeniertes Kopf-an-Kopf-Rennen zweier rivalisierender Titanen beginnt und eine Schlacht der Künste, ausgerechnet am Beispiel von zwei Schlachtengemälden, bei der es am Ende keinen Gewinner gibt.

Zur ARTE-Sendung am 13. November ab 17.35 Uhr
Michelangelos David (l.) und Da Vincis Mona Lisa: Meisterwerke zweier Genies, die auch Konkurrenten waren – ZDF © WendeVarga

Die Sendung ist im Anschluss an die Ausstrahlung bis zum 04. Dezember 2016, in der Arte Mediathek unter Kunst & Kultur abrufbar.

Am den nächsten Sonntagen folgen „Van Gogh vs. Gauguin“ (20.11.) und „Nolde vs. Liebermann“ (27.11.)

Geniale Architektur und atemberaubendes Museum: Die Fondation Louis Vuitton, am Sonntag, gleich zwei Mal, auf ARTE

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Aussenansicht der Fondation Louis Vuitton, Paris, mit der „En Situ“-Installation des franz. Künstlers Daniel Buren © starkandart.com

Im Juli diesen Jahres konnte ich die Fondation Louis Vuitton, das architektonische Highlight im Pariser Westen, endlich selbst in Augenschein nehmen. Mehr dazu hier. Aktuell ziert die Aussenfassade (voraussichtlich noch bis Mai 2017) eine „En Situ“-Installation des französischen Künstlers Daniel Buren. Darüber, wie das Bauwerk von Frank Gehry zustande kam und das, was es seit dem 22. Oktober dort Wunderbares zu sehen gibt, informiert Arte mit zwei großartigen Dokus am 30. Oktober. Ein kleiner Vorgeschmack gibt’s unter Art & Culture on TV.

 

Kleiner Tipp: Wer Matisse, Monet, Picasso und die Kunst des beginnenden 20. Jahrhunderts liebt, kommt bei dieser Doku und vor allem bei dieser Ausstellung mit Sicherheit voll auf seine Kosten…