Handwerk und Poesie – Der Maler Pierre Soulages

Der französische Künstler Pierre Soulages, Jahrgang 1919, gehört zu den letzten lebenden Legenden der abstrakten Kunst. Schwarz ist seine Farbe und wie kaum ein anderer vermag er es, dieser lichtschluckenden Nichtfarbe Intensität und Glanz zu verleihen, wie seine dem Abstrakten zuzuordnenden Werke zeigen. Mit 97 Jahren ist er immer noch voller Schaffensdrang. Ich hatte das Glück, einige seiner beeindruckenden Werke zu sehen, zuletzt das Rot/Schwarze oben bei einer ganz besonderen Ausstellung, der „Tokyo-Paris, Bridgestone Museum of Art, Collection Ishibashi Foundation“, in der Orangerie in Paris.
Auf Arte ist morgen um 17.30 eine wunderbare Doku über diesen Ausnahmekünstler zu sehen. Mehr zur Sendung und dem Maler findet ihr unter Art & Culture on TV

Happy Birthday, David Hockney!

Heute feiert einer der ganz Großen in der Kunstwelt seinen 80. Geburtstag: Der Brite David Hockney. Er gilt als einer der einflussreichsten Künstler unserer Zeit und ist mit seinem unverkennbaren Werk wirklich einzigartig.

David Hockney, Guest House Wall, 2000, Richard Gray Gallery ©starkandartcom
David Hockney, Guest House Wall, 2000, Richard Gray Gallery © starkandart.com

Oft der Pop-Art zugerechnet, was er jedoch immer von sich wies, lassen sich bei ihm auch Einflüsse von Matisse, Picasso u. a. zuordnen. Seine Bilder sind realistisch, meist in leuchtenden Farben und lassen sich, kennt man beispielsweise die Motive seiner Heimat in Yorkshire, wunderbar nachempfinden.

Hockney studierte mit Weggefährten wie Regisseur Ridley Scott in London an der Royal Academy of Arts, die im vergangenen Jahr übrigens eine sensationelle Ausstellung mit 82 Porträts + 1 Still-Life zeigte. Wer gerade in Venedig ist, der hat das Glück, noch bis zum 22. Oktober 2017, diese wunderbare Ausstellung dort in der Galleria Nazionale d’Arte Moderna zu besuchen. Ich hatte sie vergangenen September in London gesehen und war begeistert. Einige Beispiele daraus sind hier zu sehen:


Doch zurück zu Hockney. In den sechziger Jahren zog es ihn nach Kalifornien. Das freiere Leben dort zog ihn an. Er war damals bereits ein bekannter Künstler und experimentierte neben der Malerei auch mit Fotografie. Seine großartigen Gemälde aus dieser Zeit spiegeln die Vorstellungen vom Licht und der Landschaft an der US-Westküste wieder. Dort, in seinem Haus in Los Angeles entstanden auch seine berühmten Swimmingpool-Bilder, die ihn schließlich weltweit bekannt machten. Eines dieser kostbaren Werke hatte ich auf der vergangenen Art Basel gesehen. Es sollte für einen siebenstelligen Betrag den Besitzer wechseln.

Neben seinen Gemälden liebe ich seine Digitalprints. Die Leuchtkraft der Farben, die Sujets und dass er es dem Betrachter ermöglicht, in seine Bilder und die dort zu sehenden Landschaften einzutauchen ist etwas, das nicht vielen Künstlern gelingt.

In jungen Jahren war Hockney ein Rebell, ganz Dandy begann er früh seine Haare platinblond zu färben, was seinen Look unverwechselbar machte, Pop-Artist und Bohemien. Er ist ein Künstler, der mit der Zeit geht und die Möglichkeiten des künstlerischen Ausdrucks zu nutzen weiß, so entstehen viele seiner Werke heute am Computer oder auf dem iPad.

Die Tate in London ehrte ihn dieses Jahr bereits mit einer umfassenden Retrospektive. Diese ist nun, doppelt so groß, in meinem geliebten Paris, im Centre Pompidou, zu sehen. Bis zum 23. Oktober, hat man dort die Möglichkeit in Hockneys Werk einzutauchen und einen wunderbaren Blick über diese unglaublich schöne Stadt zu genießen. Ich empfehle jedoch, die Tickets vorab zu bestellen, da die Warteschlangen erfahrungsgemäß immer sehr lang sind.

Wer mehr über Hockney und sein Oeuvre erfahren und lernen will, dem kann ich am nächsten Sonntag, 16. Juli, um 17.30 Uhr, eine Dokumentation auf Arte nur wärmstens ans Herz legen. Mehr dazu unter Art & Culture on TV.

Nazi Beutekunst und eine tolle Dokureihe ab morgen auf ARTE

Bevor ich mich den Nachberichten zur Art Basel und weiteren kunstsinnigen Highlights zuwenden will, hier schnell zwei wunderbare TV-Tipps, die natürlich auch online abrufbar sind: Als erstes wäre da eine Dokureihe: „Kunst hassen, Kunst lieben…“ von Nicole Zepter – immer sonntags, mehr dazu unter Art & Culture on TV

Nazi Beutekunst - Die wiedergefundenen Meisterwerke
Rose Valland (l.) führte unter Lebensgefahr Buch über die Herkunft und weitere Bestimmung der Gemälde der Nazi Raubkunst und spielte dadurch bei den späteren Restitutionen eine wichtige Rolle © Archives du Ministère des affaires étrangères

Um 17.15 folgt eine großartige Doku über Nazi Beutekunst, die den Fall Gurlitt und die von den Nazis als entartete Kunst bezeichneten Werke beinhaltet. Die Geschichte der Beutekunst wird anhand von drei Bildern vor Augen geführt: „Dame in Blau vor einem Kamin“ von Henri Matisse, „Herbstsonne“ von Egon Schiele sowie „Der Gitarrenspieler“ von Georges Braque – mehr dazu unter Art & Culture on TV