TV-Tipps in Sachen Kunst

Sonntag, 18. November 2018 auf Arte

15.05 Expedition Moderne – Auf den Spuren unentdeckter Kunst (53 Min.)

Neu auf fremde Kunst blicken – ein Anspruch, der mindestens 100 Jahre zu spät kommt. Denn die Entwicklung der Kunst der Moderne wäre ohne die Beschäftigung mit der Kunst anderer Völker gar nicht möglich gewesen. Große Künstler der Moderne wie Pablo Picasso, Ernst Ludwig Kirchner, Amedeo Modigliani oder Paul Gauguin waren fasziniert und inspiriert von dem, was andere Völker schufen. Jetzt bemühen sich die Museen und Wissenschaftler um eine Kurskorrektur. Was wurde übersehen? Und was ist der richtige Umgang mit der Kunst fremder Völker? Autor Jörg Jung ging dieser und anderen Fragen nach und begibt sich auf eine Reise, auf der er Künstler und Kunstwissenschaftler aus aller Welt trifft.

Unter diesem Link ist die Dokumentation bis zum 18. Dezember 2018 abrufbar!


Sonntag, 11. November 2018 auf Arte

16.30 Die Seerosen – Claude Monets Vermächtnis (52 Min.)

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs im November 1918 kündigte Claude Monet an, seinem französischen Heimatland zwei Bilder aus der Seerosen-Serie zu schenken, an der er damals arbeitete. Dieses hoch symbolische Geschenk nach Kriegsende verdankte Frankreich der tiefen Freundschaft von Monet und dem Ministerpräsidenten Georges Clemenceau – ein ungewöhnliches Bündnis zwischen Demokrat und Einzelgänger, Staatsmann und Visionär. Die Dokumentation erzählt die ungewöhnliche Geschichte der Begegnung der beiden Männer, die ihre Zeit ganz unterschiedlich prägten, sowie Monets künstlerisches Schaffen in dieser schwierigen Zeit. Die wunderbaren Seerosenbilder sind heute in der Orangerie in den Tuilerien in Paris zu bewundern.

Unter diesem Link ist die Dokumentation bis zum 1. Dezember 2018 abrufbar!


Sonntag, 28. Oktober 2018 auf Arte

15.30 Picasso, Braque & Cie – Die kubistische Revolution (52 Min.)

Picasso, Braque, Apollinaire und Kahnweiler – zwei Künstler, ein Dichter und ein Kaufmann – waren Zeitgenossen. Noch vor ihrem 30. Geburtstag veränderten diese vier jungen Männer die Kunstwelt von Grund auf – von der Gestaltung über die Verbreitung bis hin zum Handel. Ein ungewöhnliches Bündnis, in dem sich die visuelle Revolution der Maler Pablo Picasso und Georges Braque auf das literarisch-kritische Genie Guillaume Apollinaires und den hervorragenden Geschäftssinn des deutsch-französischen Galeristen Daniel-Henry Kahnweiler stützte.

Braque und Picasso waren die Taktgeber eines tiefgreifenden Wandels in der Kunst. Unter dem Einfluss der vier Visionäre entfaltete der Kubismus seine unverkennbare Identität, entfachte Begeisterung und faszinierte die Elite der Pariser Kunstszene. Zwischen 1907 und 1914 schworen die Vier dem traditionellen Kunstschaffen ab. Der Rest ist Geschichte: Dank Erwerbungen europäischer, russischer und amerikanischer Sammler verbreitete sich der Kubismus sehr rasch auch international. Ein sehr interessantes und sehenswertes Bild jener Zeit über die Entwicklung eines revolutionären Malstils.

Unter diesem Link ist die Dokumentation bis zum 26. November 2018 abrufbar!


Sonntag, 21. Oktober 2018 auf Arte

5.15 Joan Miró – Farben, Feuer, Freiheit (52 Min.)

Für Frühaufsteher die Wiederholung der Doku über das katalanische Künstlergenie (für weitere Infos einfach runterscrollen).

6.05 Die Zeichnungen des Christian Dior (53 Min.)

Als altes Modemädchen komme ich nicht umhin, für diesen Meister textiler Träume auf die wunderbare Dokumentation von Loïc Prigent hinzuweisen. Christian Dior (1905-57) war ein genialer Zeichner. Seine Kleider entwarf er stets selbst; die Skizzen dazu verwahrte er an einem sicheren Ort in Paris. Heute erzählen sie die Geschichte eines Mannes, der Anfang 1947 mit seiner allerersten Kollektion die Welt eroberte. Es war die Geburtsstunde des berühmten „New Look“. Im vergangenen Jahr zeigte das Pariser Musée des Arts décoratifs eine umwerfende Ausstellung mit seinen Modellen. Ich habe sie zwei Mal gesehen und war jedesmal von Ansturm der Besucher sowie dessen was gezeigt wurde erschlagen. Das Londoner Victoria & Albert Museum ehrt den Couturier ab dem 2. Februar 2019 ebenfalls mit einer vielversprechenden Ausstellung. Wer also in London weilt, dem kann ich einen Besuch nur wärmstens ans Herz legen.

Unter diesem Link kann man sich bis zum 28. November 2018 in textilen Traumwelten verlieren!

15.30 Egon Schiele (55 Min.)

Schieles Werk gehört zum Teuersten, was am internationalen Kunstmarkt gehandelt wird. Und noch immer vermag das von ihm Dargestellte zu verunsichern und zu polarisieren. Der Film beleuchtet sein viel zu kurzes Leben, deckt verborgene Hintergründe und oft wenig bekannte Ereignisse auf, die Anlass und Quelle für seine, mitunter kaum zu verstehende Kunst gewesen sein könnten. Ereignisse, die zwischen berührender Innigkeit und nur schwer erträglicher Wahrhaftigkeit ihren unverrückbaren Platz in seinen Werken und in der Kunstwelt eingenommen haben. Ich habe im Juli eine faszinierende Ausstellung des Malers im Leopold Museum, in Wien gesehen und war vom Oeuvre dieses Ausnahmekünstlers sehr beeindruckt. Die Doku lohnt sich auf jeden Fall – nicht nur für Schiele Fans.

Unter diesem Link ist die Dokumentation bis zum 19. November 2018 abzurufen!


Freitag, 19. Oktober 2018 auf Arte

22.50 Basquiat – Popstar der Kunstwelt (54 Min.)

Basquiat (1960-88) war die Personifikation ultra-hipper Subkultur der Post-Punk-Ära Manhattans. Er mischte die New Yorker Kunstwelt mit Arbeiten auf, die das Leben der Straße in die Hochkunst brachte. Rau, provokativ, schön, kindlich, spontan und voller Anspielungen: Seine Malereien und Zeichnungen – eine Kombination aus gekritzelten Formen und durchgestrichenen Wörtern – erschienen chaotisch, waren aber äußerst zweckorientiert. Kunst war sein Mittel, seine Erlebnisse als schwarzer Mann in einer weißen Welt zu verarbeiten. Basquiat war mit Warhol befreundet, datete Madonna und schuf bahnbrechende Kunstwerke.

Die Doku zeigt den Lebensweg und die Philosophie, die hinter dem Werk Basquiats steht und zeichnet mit Zeitgenossen, Wegbegleitern und Kunsthändlern wie Larry Gagosian, das Bild des sensiblen Künstlers, der an einer Überdosis Heroin am 12. August 1988 starb.

Unter diesem Link ist die Dokumentation bis zum 17. November 2018 abrufbar!


Sonntag, 14. Oktober 2018 auf Arte

15.30 Joan Miró – Farben, Feuer, Freiheit (52 Min.)

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Joan Miró, Gemälde, 1968, Contemporary Collection, Fondatió Miró, Palma de Mallorca © starkandart.com

Die Doku beleuchtet die zahlreichen Facetten des Vollblutkünstlers, dessen Werke auch 35 Jahre nach seinem Tod unverändert nachleben. Heute verwaltet sein Enkel, Joan Punyet Miró, das imposante Erbe des Malers. Er führt durch dessen Atelier und zeigt das Schaffen eines avantgardistischen Künstlers, der die kreative Freiheit zum lebensnotwendigen Gut erhoben hatte. Miró war seiner katalanischen Heimat sehr verbunden und engagierte sich gegen den Diktator Franco. Nie hörte er auf, sich selbst neu zu erfinden oder unkonventionell zu handeln – nicht ohne die Öffentlichkeit zu entsetzen, wie etwa als Achtzigjähriger, als er seine jüngsten Bilder verbrannte, obwohl diese auf dem Kunstmarkt Unsummen erzielt hätten. Der Film zeigt seltenes Filmmaterial und lässt Künstler und Wegbegleiter zu Wort kommen. Ein Porträt, so hautnah, dass es reut, wenn die Zeit mit diesem faszinierenden Menschen wieder vorbei ist. Wer immer Miró-Fan ist, wird diese Doku lieben, verschafft sie einem doch ein weiteres facettenreiches Bild des Meisters, als Mensch wie auch als Künstler.

Unter diesem Link ist die Dokumentation bis zum 20. Oktober 2018 abrufbar!


Sonntag, 12. August 2018 auf Arte

17.30 Franz Marc – Der letzte Ritt des Blauen Reiters (53 Min.)

Franz Marc (1880-1916) zählt zu den ganz großen Künstlern des deutschen Expressionismus. Neben Vassily Kandinsky war er Mitbegründer der Kunstgruppe „Der Blaue Reiter“. Und in der Tat malte er blaue Pferde, rote Rehe und gelbe Kühe – und schuf damit Anfang des 20. Jahrhunderts eines der populärsten Werke der modernen Kunst. Sein früher Tod im Alter von 36 Jahren ist allerdings bis heute rätselhaft geblieben. Marc war ein leidenschaftlicher Soldat und wollte unbedingt in den Krieg ziehen. Doch was genau geschah am 4. März 1916 in Braquis nahe Verdun? Es war sein letzter Einsatztag an der Front. Am folgenden Tag sollte der 36-Jährige als „einer der bedeutendsten Maler Deutschlands“ vom Militär freigestellt werden, um seine künstlerische Arbeit wieder aufzunehmen. Die Dokumentation rekonstruiert die Entwicklung sowie die letzten Lebensmonate von Franz Marc, der am Ende seines Lebens eine rätselhafte Wandlung durchlebte und lässt die fieberhafte Aufbruchszeit der modernen Avantgarde noch einmal aufleben. Gleichzeitig lässt der Film nachvollziehen, warum Franz Marc unter den Künstlern des Expressionismus bis heute als singuläre Figur dasteht.

Und wie immer kann ich den Fans von Franz Marc & Co. diese Doku nur wärmstens empfehlen!

Unter diesem Link ist die Dokumentation bis zum 10. September 2018 abrufbar!


Sonntag, 17. Juni 2018 auf Arte

11.05 Kunst im Paradies (4/4) – Die Benesse Art Site Naoshima / Japan (26 Min)

Naoshima, Teshima und Inujima sind die Namen der drei kleinen Inseln mitten in einem japanischen Binnenmeer. Auf ihnen befindet sich die Benesse Art Site Naoshima. Deren Gründer, Milliardär und Verleger Soichiro Fukutake, entschied sich ganz bewusst für die Abgelegenheit der Inselgruppe, um dort seine einzigartige Kunstsammlung auszustellen.
Friedliche Koexistenz und die Fähigkeit der gegenseitigen Ergänzung von Natur, Architektur und Kunst, vereint zu einer spürbaren Ausgewogenheit, diese Idee verfolgt der japanische Architekt Tadao Ando, berühmt für seine sensiblen und minimalistischen Bauten. Gleich mehrere Museen auf Naoshima wurden von Tadao Ando errichtet. Eines seiner Gebäude verbirgt sich größtenteils unter der Erde, nur Innenhöfe geben den Blick auf den Himmel frei.
Das Chichu Art Museum ist Claude Monet gewidmet. Fünf seiner Seerosenbilder sind dort zu sehen. Sie sind in einem eigens für sie entworfenen Raum zu bewundern.

Eigentlich ist diese Reihe und das darin Gezeigte kaum zu toppen, allerdings hat diese Folge bei mir eine große Lust, mich umgehend nach Japan aufzumachen, ausgelöst.

Unter diesem Link ist die Dokumentation bis zum 17. Juli 2018 abrufbar!

Sonntag, 10. Juni 2018 auf Arte

10.45 Kunst im Paradies (3/4) – Das James Turrell Museum in Colomé / Argentinien (26 Min.) bis zum 9. Juli 2018 abrufbar

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James Turrell Museum in Argentinien © Sabine Pollmeier

Dem „Magier des Lichts“, James Turrell, hat der Schweizer Donald Hess ein privates Museum, umgeben von Weinbergen mitten in den Anden, errichten lassen. Und wie man im Film sehen kann, bedarf nicht jedes Kunstobjekt Pinsel und Farbe. Turrell arbeitet vor allem mit Licht, dem er mit seinen Werken eine ganz besondere Bedeutung verleiht. Dieses setzt er gezielt ein, um damit teils magische, farbenfrohe Stimmungen zu erzeugen. Seine berühmten Skyspaces, von denen auch einer im James Turrell Museum in Argentinien zu sehen ist, sind legendär. Das Museum liegt in Colomé im Nordwesten Argentiniens, nahe der Grenze zu Bolivien und Chile mitten in den Anden, auf einer Höhe von 2.300 Metern.

Der Unternehmer Donald Hess sammelt seit über 40 Jahren Kunst. Im Jahr 2001 kaufte er die Bodega Colomé, das älteste Weingut Argentiniens. Das klare Licht in dieser Höhe und die einsame Landschaft begeisterten den Sammler und boten so die perfekten Voraussetzungen für das Museum und seinen Lieblingskünstler. 2009 war Eröffnung. Nirgendwo sonst auf der Welt ist eine so große Zahl von Werken des Künstlers versammelt, die einen Überblick über 40 Jahre seines Schaffens geben.

Unter diesem Link ist die Dokumentation bis zum 9. Juli 2018 abrufbar!

TIPP: Wer jedoch nicht soweit reisen will: Im Museum Frieder Burda, in Baden-Baden, sind aktuell 50 Schaffensjahre von James Turrell – The Substance of Light in einer einzigartigen Ausstellung vom 9. Juni bis zum 28. Oktober 2018 zu bewundern. Ich habe die Ausstellung gesehen und kann sie nur wärmstens weiterempfehlen!

17.30 Bernard Buffet – Der wilde Maler (53 Min.)

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Bernard Buffet – ARTE France / © Anaprod

Arte wiederholt eine Dokumentation über einen außergewöhnlichen Künstler, der leider etwas in Vergessenheit geraten ist: Bernard Buffet (1928-1999). Sein prägnanter Strich und sein unverkennbarer Stil waren sein Markenzeichen und hatten einen hohen Wiedererkennungswert. Kaum ein Maler hat einen derartigen Aufstieg und anschließend so tiefen Fall erlebt wie er. Er galt in Frankreich als einer der bedeutendsten Maler der Nachkriegszeit, was er in der Tat war. Er genoss seinen Ruhm, war eine Figur des Jetsets und wurde als legitimer Nachfolger des Jahrhundertkünstlers Pablo Picasso bezeichnet, bevor sich die Kunstwelt mehr und mehr von ihm abwandte.

Immerhin war der japanische Sammler Kiichiro Okano von Buffets Werk so begeistert, dass er ihm zu Ehren ein Museum gebaut hat. Es wurde 1973 eröffnet und liegt in der Präfektur Shizuoka-ken. Buffets Sohn Nicolas sowie sein zeitweiliger Lebensgefährte Pierre Bergé (dieser wandte sich dem jungen Yves Saint Laurent zu und war ab dann bis zu dessen Tod mit ihm zusammen) geben Einblick in das Leben und Wirken eines lange verkannten Künstlers, der als Vorläufer der Pop-Art gilt.

Unter diesem Link ist die Dokumentation bis zum 9. August 2018 abrufbar!

TIPP: Aktuell zeigt die Galerie Pascale Froessel in Strasbourg, Frankreich, noch bis zum 18. Juni 2018, eine wunderbare kleine Ausstellung mit ausgesuchten, wunderschönen Werken Buffets. Ein Grund mehr, um diese zauberhafte Stadt zu besuchen!


Sonntag, 3. Juni 2018 auf Arte

11.20 Kunst im Paradies (2/4) – Das Sifang-Museum in Nanjing / China (26 Min.)

Im Osten Chinas entstand ein architektonisches Großprojekt von dem viele Architekten und Künstler träumen. Ideengeber und Finanzier sind der chinesische Bauunternehmer Lu Jun mit seinem Sohn Lu Xun, Direktor des Museums.

Die beiden luden im Jahr 2003 junge, aufstrebende Architekten aus aller Welt ein, auf einem großen parkähnlichen Gelände am Rande der Stadt Nanjing ihr Traumhaus zu entwerfen. Ohne Begrenzung eines Budgets und frei von Vorgaben wie Material etc. Einzige Bedingung: 500 Quadratmeter Wohnfläche und vier Schlafzimmer. An künstlerischer Freiheit sollte es ihnen und ihrer Fantasie in der Umsetzung dieses großen Projektes nicht fehlen. Entstanden sind 20 atemberaubende Bauten, eingepasst in eine parkähnliche Landschaft nahe der Millionenmetropole Nanjing.

Mittlerweile ist das Architekturensemble des Sifang Art Museums so gut wie vollendet. An keinem anderen Ort auf der Welt ist zeitgenössische Architektur in einer solchen Dichte und Qualität zu erleben. Architekten wie David Adjaye, Pritzker-Preisträger Wang Shu und Künstler Ai Weiwei ließen ihren Visionen als Gestalter freien Lauf. Entstanden sind 16 Häuser, ein Hotel, ein Kongresszentrum, ein Spa und ein Museum, das der amerikanische Architekt Steven Holl entwarf.

Unter diesem Link ist die Dokumentation bis zum 2. Juli 2018 abrufbar!


Mittwoch, 30. Mai 2018 auf Arte

23.15 Eva Hesse (53 Min.)

Die Doku erzählt die Geschichte einer leidenschaftlichen, schönen und talentierten Frau. Eva Hesse, Jahrgang 1936, war ein jüdischer Flüchtling aus Hamburg. Sie hatte sich an die Spitze der US-Kunstszene gekämpft und bis zu ihrem frühen Tod im Alter von 34 Jahren die Kunstgeschichte verändert. Hesses Künstlerfreunde wie Sol LeWitt, Robert und Sylvia Mangold, Nancy Holt, Richard Serra, Dan Graham, Carl Andre und Werner Nekes, aber auch Experten wie der ehemalige Direktor der Tate Gallery, Nicolas Serota u.a. kommen zu Wort. Ihr außerordentliches und sehr eigenständiges Oeuvre changiert zwischen Minimal Art und Surrealismus. Eva Hesse war und ist für viele Künstlerinnen ein wichtiges Vorbild. Sie gehört zur frühen Avantgarde einer Feministischen Kunst. Sie starb 1970 in New York an einem Hirntumor.

Unter diesem Link ist die Dokumentation bis zum 5. Juni 2018 abrufbar!


Sonntag, 27. Mai 2018 auf Arte

Heute gibt es (u.a. für Frühaufsteher oder dann über die Arte-Mediathek) gleich drei Leckerbissen in Sachen Kunst:

5.05 Als die Impressionisten Japan entdeckten (52 Min.)

Nach der Öffnung Japans für den Westen, fanden ab Mitte des 19. Jahrhunderts zahlreiche Holzschnitte, Zeichnungen etc. ihren Weg in den Westen. Die künstlerische Avantgarde Europas erlag dem Japanismus sofort und innerhalb weniger Jahre beeinflusste dieser immer mehr Künstler, u.a. Claude Monet, wie sich an vielen Beispielen in dieser wunderbaren Doku zeigt.

Unter diesem Link ist die Dokumentation noch bis zum 1. Juni 2018 abrufbar!

6.35 Kunsthändler – Larry Gagosian (26 Min.)

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Larry Gagosian (l.) und Jeff Koons © Leif Karpe

Im dritten Teil der hochinteressanten Dokureihe über große Kunsthändler des letzten Jahrhunderts ist einer ihrer bedeutendsten Vertreter der Gegenwart im Fokus des Geschehens. Wenn es um große Namen in der zeitgenössischen Kunst geht, dann gehört Larry Gagosian eindeutig ganz vorne mit dazu. Jeff Koons, Katharina Grosse, Damian Hirst, John Chamberlain usw., werden von seinem Imperium vertreten. Der Film blickt hinter die Kulissen und zeichnet sein Porträt.

Unter diesem Link ist die Doku noch bis 18. Juni 2018 abrufbar!

Teil 1 über Gerd Harry Lybke, einen der großen Kunsthändler im Bereich der „Leipziger Schule“, mit Künstlern wie Neo Rauch,  ist noch unter diesem Link bis zum 4. Juni 2018 abrufbar!

Teil 2 über Paul Cassirer, den Berliner Kunsthändler, der um 1900 die wichtigste Galerie für zeitgenössische Kunst gegründet hatte und die Impressionisten nach Deutschland brachte, ist unter diesem Link noch bis zum 11. Juni 2018 abrufbar. 

11.25 Kunst im Paradies (1/4) Das MONA in Hobart, Australien (27 Min.)

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Innenansichten MONA – Inside the MONA © Sabine Pollmeier

Den Auftakt der 4-tlg. Dokureihe über vermögende Kunstsammler und deren aussergewöhnliche Museen rund um die Welt, macht das „MONA“, das Museum of Old and New Art, welches 2011 auf der australischen Insel Tasmanien in Hobart, Australien, eröffnet wurde.

Das von David Walsh gegründete Museum besticht nicht nur mit einer atemberaubenden Architektur, es glänzt auch mit großartigen Kunstschätzen – von antiken Artefakten bis hin zu moderner zeitgenössischer Malerei.

An den nächsten Sonntagen geht die Reise weiter nach China, Argentinien und Japan.

Teil 1 ist unter diesem Link bis zum 25. Juni 2018 abrufbar!


Sonntag, 01. April 2018 auf Arte

16.20 Eugène Delacroix – Ein Maler im Farbenrausch (90 Min.)

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Eugène Delacroix (li.) und der Graf de Mornay (re.) in Meknès

Wer sich dem Maler und seinem Werk auf unterhaltsame Weise nähern möchte, der kann dies heute auf  Arte mit einer gelungenen Dokufiction tun.

Geschildert wird dessen sechsmonatige Reise des damals 34-jährigen Malers nach Marokko und Algerien im Jahr 1832. Bei diesem Aufenthalt füllte Delacroix (1798-1863) sieben Skizzenhefte mit Zeichnungen, Notizen und Aquarellen. Das gesamte Material diente ihm als Basis für seine anhaltende Beschäftigung mit dem Orient bis zu seinem Tod im Jahr 1863. Aus den rund tausend Skizzen entstanden 80 Meisterwerke der Orientmalerei. Einige davon sind die heute bekanntesten Werke des französischen Malers, wie etwa „Die Frauen von Algier“.

Heute gilt Delacroix als Begründer der Orientmalerei – dabei hatte seine Reise ursprünglich ein ganz anderes Ziel: Er sollte dem marokkanischen Sultan Moulay Abd er-Rahman und den kommerziell stark in Marokko tätigen Briten eine Friedensbotschaft überbringen und nach der französischen Invasion in Algerien einige Wogen glätten.

Online ist die Sendung direkt unter diesem Link bis zum 16. April 2018 abrufbar.
Oder Ihr schaut mal unter Arte TV, dort gibt es weitere interessante Sendungen über Kunst und Kultur zu entdecken!


Sonntag, 25. März 2018 auf Arte

17.30 František Kupka – Pionier der Abstraktion

Zum ersten Mal begegnete ich den Werken des tschechischen Malers vor Jahren bei einem Besuch des Centre Pompidou (zwei Werke oben) in Paris und war fasziniert von seiner Bildsprache. Kupka mag nicht jedem ein Begriff sein, dennoch hat er viele Künstlergrößen wie Piet Mondrian, Kazimir Malewitsch oder Vasily Kandinsky wesentlich beeinflusst.

Kupka (1871-1957) lebte ineiner Zeit, in der viele avantgardistische Kunstrichtungen aufeinandertrafen. Dennoch hat er sich nie zu einer bestimmten Bewegung bekannt. Sein künstlerischer Alleingang inspirierte ihn 1912 zu „Amorpha, Fuge in zwei Farben“, das in der Kunstwelt für Aufsehen sorgte, da es das erste nicht gegenständliche Werk war, das im Pariser Herbstsalon öffentlich ausgestellt wurde.

Auf Arte skizziert noch bis zum 24. April 2018 eine wunderbare Dokumentation sein Leben, ebenso findet seit dem 21. März (bis 30. Juli 2018) im Grand Palais, Paris eine große Retrospektive seines Schaffens statt. Die Dokumentation ist unter diesem Link direkt abrufbar!


Sonntag, 17. Dezember 2017 auf Arte

17.25 César – Objektkünstler und Bildhauer (52 Min.)

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César Baldaccini © Gamma Raph//SBJ/ADAGP

César Baldaccini (1921-1998), der am 13. Dezember 1921, in Marseille geborene Sohn italienischer Einwanderer gehört zu den bedeutendsten Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Rund 20 Jahre nach dessen Tod hält die beeindruckende Dokumentation Rückschau auf eine einzigartige Karriere und beleuchtet dabei die vier Kunstformen, die César zu einem Alchimisten der modernen Bildhauerei machten: Von seinen berührenden Eisenskulpturen, den Kompressionen, die von Autos bis hin zu ganz persönlichen Gegenständen alles umfassten, Abdrücken und Expansionen. Bei letzteren handelt es sich um Serien aus Polyurethan, bei denen der Künstler – auch in Form spektakulärer Happenings vor den Ausstellungsbesuchern – mit dem sich ausdehnenden, schäumenden Kunststoff spielte.

International berühmt werden die bildhauerischen Objekte Césars, etwa die überdimensionalen goldenen Skulpturen seines Daumens. Mit diesen betont ironischen Werken steht er der Pop Art nahe. Doch zuvor, ab 1960, konzentriert er seine Arbeit auf die Technik der sogenannten gelenkten Kompressionen, die bald schon zu seinem Markenzeichen werden und die Grundfesten der klassischen Bildhauerei erschüttern. Inspiriert wurde er von den Erlebnissen auf einem Autofriedhof, wo die zu verschrottenden Fahrzeuge kompakt und komprimiert wieder aus der Metallpresse kamen. Mit Hilfe einer solchen hydraulischen Presse verarbeitet er Metallteile wie Autokarosserien, Getränkedosen, Gabeln.

Anlässlich seines 20. Todestages und einer großen Retrospektive im Pariser Centre Pompidou, vom 13. Dezember 2017 bis 26. März 2018, wirft die Doku einen Blick auf das Leben und Werk des nonkonformistischen Bildhauers und Objektkünstlers, der übrigens nicht nur der Namensgeber des französischen Filmpreises sondern auch der Erfinder dessen Trophäe, natürlich in Form einer Kompression, ist.

Die Sendung ist sehr informativ und kurzweilig und sei nicht nur den Fans der Zeitgenössischen Kunst ans Herz gelegt.

Online ist die Sendung bis zum 16. Januar 2018, unter diesem Link abrufbar.
Oder Ihr schaut mal unter Arte TV, dort gibt es weitere interessante Sendungen über Kunst und Kultur zu entdecken!


Sonntag, 10. Dezember 2017 auf Arte

17.15 Der zärtliche Blick – Die Akte von Modigliani (52 Min.)

Amedeo Modigliani (1884-1920) war der gut aussehende, romantische Italiener unter den Malern, die zu Beginn des 20 Jahrhunderts die einschlägigen Künstlerviertel in Paris bevölkerten. Seine Porträts und Frauenakte zählen zu den meistgedruckten Bildern der Moderne: Ovale Gesichter, ein langgezogener Hals und die rätselhaften, mandelförmigen Augen wurden sein Markenzeichen und begeistern mit ihrer Intensität und Strahlkraft. Heute, fast hundert Jahre nach Modiglianis viel zu frühem Tod, sind sie so begehrt wie nie, allen voran die Akte: Im Herbst 2015 wurde „Liegender Akt“ („Nu couché“ von 1917) zum Rekordpreis von über 170 Millionen Dollar in New York versteigert.

Die Doku versucht die Magie von Modiglianis Bildern zu ergründen. Dabei stehen die weiblichen Akte im Zentrum der Betrachtung. Was macht sie eigentlich zu Ikonen der Kunstgeschichte und warum fühlt sich der Betrachter von den Bildern so berührt, den Porträtierten instinktiv nah? Warum wirkt ihre Nacktheit intim und zärtlich, aber nie vulgär? Wer war der Magier, der diese Kunstwerke geschaffen hat?

Seit dem 23. November 2017 feiert die Tate Modern in London den Maler mit einer großen Werkschau. Ergänzend kommentieren der Pariser Modigliani-Kenner Marc Restellini und die Tate-Kuratorin Nancy Ireson Modiglianis Rolle in der Avantgarde und wie er mit seinen Nackten die Regeln der Kunstgeschichte brach.

Es ist eine wunderbare Doku über einen großartigen Maler, der in der Kunstgeschichte seinesgleichen sucht. Habe den Film und die Ausstellung in London gesehen und kann beides jedem nur wärmstens ans Herz legen.

Online ist die Sendung bis zum 10. März 2018, unter diesem Link abrufbar.
Oder Ihr schaut mal unter Arte TV, dort gibt es weitere interessante Sendungen über Kunst und Kultur zu entdecken!


Sonntag, 12. November 2017 auf Arte

17.30 Starke Frauen in der Kunst  (52 Min.)

Am Ende des 20. Jahrhunderts hatten Künstlerinnen es schwer. „Malweiber“ wurden sie genannt. Der Zugang zu den Akademien war verschlossen. Gabriele Münter gehörte zur ersten Generation von Frauen, die selbstbewusst sagten: Mein Beruf ist Künstlerin. Der Film erzählt die Geschichte dieser Frauen und ihrer Kunst. Es sind Geschichten von Frauen die Konventionen sprengten, trotz ihrer Selbstzweifel und Ängste, jedoch mit Kraft und Durchsetzungswillen. Am 31. Oktober 2017 wurde im Münchner Lenbachhaus die Ausstellung „Gabriele Münter: Malen ohne Umschweife“ eröffnet. Sie ist dort bis zum 8. April 2018 zu sehen. Es ist die erste Ausstellung, in der Münters Werk für sich steht und in der es viele Werke zu sehen gibt, die von ihr bislang nicht zu sehen waren . Der Film nimmt die Ausstellung zum Anlass, sich mit dem Leben und Werk der Künstlerin auseinanderzusetzen.

Die Dokumentation ist – wie immer auf Arte – großartig. Man erfährt viel über den Status der Frauen in der Kunst sowie über Münters mutiges Leben und bei Kandinsky, ihrem namhaften Lebensabschnittsgefährten, wird der glänzende Lack etwas abgekratzt, nicht was sein Oeuvre betrifft, aber sehr wohl seine Persönlichkeit.

Online ist die Sendung bis zum 19. November 2017, unter diesem Link abrufbar. Oder Ihr schaut mal unter Arte TV, dort gibt es weitere interessante Sendungen über Kunst und Kultur zu entdecken!


Sonntag, 5. November 2017 auf Arte

16.40 Sergei Schtschukin – Kunstsammler aus Leidenschaft (53 Min.)

Vom 22. Oktober 2016 bis zum 05. März 2017, präsentierte die Fondation Louis Vuitton in Paris 130 Werke der wunderbaren Sammlung des russischen Textilmagnaten und Kunstsammlers Sergei Schtschukin (1854-1936). Dessen Leidenschaft für Malerei begann u.a. mit den Werken von Henri Matisse. Der wiederum brachte ihn zu Picasso, dessen Kunst der Textilhändler auch bald verfiel. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begründete Schtschukin in Moskau eine der bedeutendsten Sammlungen moderner Kunst und machte diese in seinem Haus öffentlich zugänglich. Sie umfasste neben vielen namhaften Künstlern wie Gaugin, Van Gogh, Cézanne und Monet, unter anderem 37 Werke von Matisse und 49 von Picasso. Doch nach der Russischen Revolution im Jahr 1917, wurde die Sammlung beschlagnahmt, verstaatlicht und von den neuen sowjetischen Machthabern auf diverse Museen aufgeteilt und der Name Schtschukin aus dem kollektiven Gedächtnis gelöscht.
„Sergei Schtschukin – Kunstsammler aus Leidenschaft“ beleuchtet knapp ein Jahrhundert später das Leben des Mäzens sowie das tragische Schicksal seiner wiederentdeckten, großartigen Sammlung.

Ich kann diese Sendung jedem Kunstfan nur wärmstens ans Herz legen. Man bekommt Schnappatmung, wenn man sieht, welche Werke Schtschukin sein eigen nannte.

Online ist die Sendung bis zum 04. Januar 2018, unter diesem Link abrufbar.
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Sonntag, 29. Oktober auf ARTE

17.30 Gauguin – Ich bin ein Wilder (55 Min.)

Wie aus einer Leinwand entsprungen, beginnt die Dokumentation mit der Aufzeichnung des Lebens von Paul Gauguin, einem Mann – Künstler – der sich nur schwer in eine Schublade stecken ließ und der, wie so viele seiner Zunft, zeitlebens um Anerkennung kämpfen musste.

Der postimpressionistische Maler, der als einer der wichtigsten Wegbereiter der Moderne gilt, gab sein bürgerliches Leben auf, um sich ganz seiner Kunst zu widmen. Erst zog es ihn in die Bretagne, u. a. nach Pont Aven, wo er gemeinsam mit seinem Schüler Emile Bernard den Stil des Synthetismus erarbeitete. Schließlich wanderte er nach Polynesien aus. Gauguin träumte vom Leben eines „Wilden“ in der reinen, üppigen und schönen Welt der indigenen Völker, deren ursprünglicher Lebensstil ihm von modernen Verirrungen und christlichen Tabus unberührt erschien. Doch bei seiner Ankunft am anderen Ende der Welt stellte er fest, dass die ersehnte Ursprünglichkeit auch hier längst verloren war. Also erfand er sie kurzerhand neu…

Gauguin gehört für mich mit seinem Oeuvre und seiner Zerrissenheit zu den berührendsten Malern überhaupt. Er zeigt, dass man seine Ziele unbedingt verfolgen und an sie glauben sollte. Auch, wenn es ihm zu Lebzeiten nicht den Erfolg eingebracht hatte, den dieser großartige Künstler verdient hätte. Der Film zeigt die schmerzhafte Diskrepanz zwischen einer enttäuschenden Realität und dem geradezu existenziellen Drang, anhand der Kunst eine ideale Welt zu schaffen. Leben und Laufbahn des Malers werden anhand von Archivmaterial und einer Vielzahl seiner Gemälde skizziert. Animierte Sequenzen veranschaulichen die Obsessionen des Künstlers, seine Fantasien und ästhetischen Inspirationen und stellen sie in Zusammenhang mit seinen Werken.

Online ist die Sendung noch bis zum 28. November 2017, unter diesem Link abrufbar. Oder Ihr schaut mal unter Arte TV, dort gibt es weitere interessante Sendungen über Kunst und Kultur zu entdecken!


Samstag, 28. Oktober 2017, auf 3Sat

23.25 Wüste Schönheit – Die Malerin Georgia O’Keeffe (45 Min.)

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Georgia O’Keeffe, Jimson Weed, 1936 © starkandart.com

Georgia O’Keeffe (1887 – 1986) , die aparte und spröde Malerin mit den wunderschönen Händen, schaffte es mit viel Eigensinn und Zielstrebigkeit, sich von der kleinen Zeichenlehrerin aus der Provinz zu Amerikas bedeutendster Künstlerin des 20. Jahrhunderts zu entwickeln. Keine Kunstschaffende wurde so häufig fotografiert wie sie. Vor allem die Aufnahmen ihres späteren Mannes, dem bedeutenden Fotopionier Alfred Stieglitz, zeigen O’Keeffe als eine zu jener Zeit sehr selbst- und körperbewussten Frau.
Ihre Bilder entstanden im New York der 1930er-Jahre, die meisten jedoch in der Wüste von New Mexico, den beiden Polen, zwischen denen sie lebte und malte.

Erstmalig wird das Atelier, wo sie ihre wichtigsten Bilder malte, für ein Filmteam geöffnet und der Zuschauer bekommt einen Einblick in ihre Arbeit- und Lebensweise in New Mexiko. Die Doku zeigt dabei unbekannte Facetten der großen Amerikanerin, deren Werk in Europa meist über millionenfach reproduzierte Blumenbilder bekannt wurde und erkundet „O’Keeffe’s Country“ – die kargen Landschaften bei Taos und Santa Fe, zwischen ihrer Ghost Ranch und ihrem Studio in Abiquiu, allesamt Motive ihrer Malerei.

Ich hatte diese wunderbare Doku bei der großartigen O’Keeffe-Ausstellung 2012 in München gesehen und kann sie jedem nur wärmstens empfehlen. Wer diese Künstlerin mag, wird sie zum Teil von einer neuen Seite kennen- und noch mehr schätzen lernen.

…und im Anschluss geht es gleich weiter mit einem Lichtzauberer: 

0.10 James Turrell – Den Himmel auf Erden (45 Min.)

In der Wüste in Arizona arbeitet der Lichtkünstler James Turrell (Jahrgang 1943) seit über 35 Jahren am größten Kunstwerk unseres Planeten: Dem Roden Crater Project!

Das Gelände um den Roden Crater, einem erloschenen Vulkan zwischen Grand Canyon und Painted Desert, hat Turrell nach langer Suche 1974 entdeckt und gekauft. Auf dem Gelände will Turrell eine gigantische Skulptur erschaffen, den Roden Crater. Dort gibt es Kammern, Gänge, Schächte und Öffnungen, die den Himmel, das Licht, die Sonne und die Sterne in einzigartiger Weise erfahrbar machen. Er verwandelt den Vulkankegel, ebnet den Kraterrand, lässt Stollen graben und errichtet Plattformen. Dabei bezieht sich Turrell ausdrücklich auf Stätten wie Machu Picchu, die ägyptischen Pyramiden oder die Tempel Yucatans und will mit seiner Arbeit visuelle und emotionale Erlebnisse ermöglichen, wie sie die Menschen seit der Frühzeit ihrer Geschichte fasziniert haben: Raum, Zeit und Licht als wuchtig direkte, existenziell erschütternde und durchaus spirituelle Erfahrung.

Der Film zeigt zum ersten Mal die fertiggestellten Teile des Roden Crater Projects, dazu Interviews mit James Turrell, seinen Mitarbeitern, Sammlern wie Donald Hess oder Clifford Einstein sowie dem amerikanischen Turrell-Experten Michael Govan.

Leider sind die beiden oben genannten Dokus nicht in der Mediathek abrufbar. Doch ich garantiere, dass sich das Aufbleiben – oder Aufzeichnen, je nachdem, absolut lohnt!


Sonntag, 22. Oktober 2017

17.30 Pierre Soulages

Pierre Soulages ist ein Hüne mit wachem Geist und festem Pinselstrich. Er gehört zu den letzten lebenden Legenden der abstrakten Kunst. Wie kaum einem anderen gelingt es ihm, Licht ins Dunkel von Schwarz zu zaubern. Man erkennt im Film, welche Energie diesem speziellen Schwarz Soulages‘ innewohnt. Er will Papier zum Leuchten bringen und bedient sich dafür des, wie er es nennt, „Outrenoir“, des „jenseitigen Schwarz“. Neben Archivaufnahmen, nähern sich Soulages-Kenner Leben und Werk des Künstlers.

Seine Malerei ist zugleich Handwerk und Poesie.

Zum Künstler: Geboren am 24. Dezember 1919, im französischen Rodez, unterbrach er im Zweiten Weltkrieg sein Kunststudium und kehrte 1946 kehrte nach Paris zurück, um sich ab dann ausschließlich der Malerei zu widmen. Ab 1948 stellt er seine Werke in Paris, Europa und in der Welt aus. Seit 1979 arbeitet er ausschließlich mit Schwarz und legt dabei den Fokus auf das Zusammenwirken von Furchen, Kerben und Reliefs mit dem Einfall des Lichts.

Mit hohem ästhetischen Anspruch und pädagogischem Feingefühl zeigt die Doku Soulages‘ Rang in der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Sie ist die Hommage an einen zeitlosen Künstler und an die kraftvolle Modernität seines Schaffens. Mit stolzen 97 Jahren ist er immer noch voller Schaffensdrang. Neben Soulages‘ langjährigem Freund Pierre Encrevé kommen unter anderem auch sein Assistent Dan McEnroe sowie der Philosoph Alain Badiou zu Wort.

Regisseur Stéphane Berthomieux lässt mit dem Porträt einen Funken überspringen, der Lust macht, noch tiefer in die Welt des Künstlers einzudringen. Das kann ich nur bestätigen! Ich habe die Doku bereits gesehen und war von der ersten bis zur letzten Sekunde fasziniert. Soulages und sein Werk haben mich tief beeindruckt und bewegt.

Online ist die Sendung noch bis zum 29. Oktober 2017, unter diesem Link abrufbar. Oder Ihr schaut mal unter Arte TV, dort gibt es weitere interessante Sendungen über Kunst und Kultur zu entdecken!


Sonntag, 30. Juli 2017

5.00 Skulpturen – Constantin Brancusi

 

Wie kein anderer Bildhauer hat Constantin Brancusi die Brücke von Rodins Jahrhundert in das von Kandinsky geschlagen. Seine Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle zwischen Klassik und Avantgarde, figürlicher und abstrakter Kunst, anatomischer Form und abstrakter Vollendung. Auf der Suche nach der reinen Form ließ sich Brancusi von den Kykladen-Idolen der vorhellenistischen Periode und afrikanischer Kunst inspirieren. Vor allem aber bereitete er mit seinem konsequenten Streben nach Vereinfachung der Abstraktion den Weg. Weniger bekannt ist, dass Brancusi seine Arbeiten in seinem Atelier auch fotografierte und filmte. Schon früh begriff der Künstler, welches Potenzial Fotografie und Film für die Bildhauerei bedeuteten: die Möglichkeit, ein Werk von allen Seiten zu betrachten, die Wirkung von Licht und Schatten zu erfassen und es regelrecht in Szene zu setzen. Davon ausgehend entwickelte Brancusi einen sehr kreativen Austausch zwischen seinem plastischen und fotografischen Schaffen. Die Möglichkeiten des Films eröffnete im schließlich sein Freund Man Ray… Der Rest ist Geschichte.

Wer nicht zwingend am Sonntagmorgen um kurz vor fünf aufstehen will, dem empfehle ich, die Doku über Arte.tv oder direkt über diesen Link unter Skulpturen – Constantin Brancusi anzuschauen. Sie ist bis zum 06. August 2017 online abrufbar.


Sonntag, 16. Juli 2017

17.30 David Hockney – Die wiedergefundene Zeit

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David Hockney 1967 beim Malen in seinem Atelier © Tony Evans/Getty Images

Am vergangenen Sonntag feierte David Hockney seinen 80. Geburtstag. Er ist unbestritten einer der bekanntesten und populärsten Künstler der Gegenwart. Seine Bilder prägen seit den 60er Jahren die Vorstellungen von Licht und Landschaft Kaliforniens, wie beispielsweise seine Swimmingpool-Bilder, sie sind mittlerweile Ikonen der Pop-Art sowie die Landschaften in seiner Heimat England. Die Doku verleiht einen wunderbaren Einblick in das Leben und Schaffen dieses großartigen Künstlers. Ich fand die Doku sehr berührend. Anläßlich seines Geburtstags ehrten ihn die Tate Britain in London sowie aktuell bis zum 23. Oktober 2017, das Centre Pompidou in Paris mit einer großen Retrospektive.
Das Porträt zeigt einen Künstler, bei dem das Maximum an Leben, an Bild, an Realität das Schaffen prägen, bei dem das Naheliegende – Landschaften und Freunde – das Werk bestimmen. Nicht nur für Hockney-Fans sehenswert!

Leider ist die Doku danach nicht in der Arte Videothek zu sehen, daher am besten gleich anschauen! Einen Trailer gibt es hier.


Sonntag, 9. Juli 2017

11.15 Kunst hassen, Kunst lieben … bei Künstlern

Kunst lieben, Kunst hassen... bei Künstlern

Nicole Zepter mit dem Künstler Norbert Bisky © Lona media//Tim Scherret

In der heutigen und leider letzten Folge besucht Nicole Zepter einige der angesagtesten zeitgenössischen Künstler, von Jonathan Meese, Norbert Bisky, Jonas Burgert, Alicja Kwade, Jorinde Voigt und Björn Wallbaum. Einige davon sind mittlerweile ziemlich bekannt und sehr erfolgreich, andere kämpfen mit ihrem Berufsstand als Künstler. Es ist eine ständige Gratwanderung aus Zuspruch und dem Anspruch der Kunstwelt. „Kennt dich keiner, will dich keiner.“ fasst es beispielsweise Björn Wallbaum zusammen, der nebenbei arbeiten muss, um sich sein Leben als Künstler zu finanzieren. Die Aussagen sind ernüchternd, erfrischend und ehrlich. Und es macht als Zuschauer Spass, einen Blick hinter die Kulissen des Schaffens zu werfen und so mehr über einiger der Protagonisten und ihre Einstellungen zu ihrer Kunst zu erfahren. Wieder eine Folge, die das Anschauen lohnt!

Online ist die  Ausstrahlung noch bis zum 07. Oktober 2017, auf der Seite von  Arte TV oder direkt hier unter Kunst hassen, Kunst lieben …bei Künstlern abrufbar!


Sonntag, 2. Juli 2017

11.15 Kunst hassen, Kunst lieben … in Museen

Kunst lieben, Kunst hassen... In Museen
Nicole Zepter mit Künstler Daniel Richter bei der Ausstellung „Unendlicher Spaß“ © Lona media/Alexander Rott

Kunst = Lifestyle!? Menschen campen vor Museen, Künstler sind zu Helden, sogar zu Superstars der Neuzeit geworden. Was bedeutet das für die Kunst, wenn es nicht mehr um Qualität geht, die Kunst zum Event wird und das Museum zur Spielfläche für „Blockbuster“? Nicole Zepter besucht in dieser Folge die Direktoren der Nationalgalerie Berlin, ist in Frankfurt im Städel, der Schirn und dem MMK sowie in der Tate Gallery of Modern Art in London und fragt, wie die Museen mit dem neuen Hype umgehen.

Online ist die  Ausstrahlung noch bis zum 30. September 2017, auf der Seite von  Arte TV oder direkt hier unter Kunst hassen, Kunst lieben …in Museen abrufbar!


17.30 Pierre Bonnard – Die Farben des Privaten

Pierre Bonnard - Die Farben des Privaten
Selbstporträt des Künstlers Pierre Bonnard © ADAGP

Einer meiner absoluten Lieblingskünstler steht im Fokus dieser wunderbaren Doku: Der Spätimpressionist Pierre Bonnard (1867-1947). Meines Erachtens konnte kaum einer so mit Farben spielen und damit neue Realitäten zaubern wie er. Nicht umsonst gehört er zu den bedeutendsten Malern des 20. Jahrhunderts, wie schon die Ausstellung „Pierre Bonnard. Peindre l’Arcadie“ im Pariser Musée d’Orsay im Frühjahr 2015 unter Beweis stellte.

Pierre Bonnard - Die Farben des Privaten
Das Gemälde „Nu dans le bain“, von 1937 gilt als eines der Meisterwerke von Bonnard. Es zeigt seine Frau Marthe in der Badewanne © ADAGP

Im Film vermitteln Bonnards Gemälde, Skizzen, Fotografien, Kalendereinträge und Orte, an denen er sich häufig aufhielt, einen Einblick in seine Farb- und Lebenswelt. Sie beleuchtet seine Hinwendung zum Privaten, zum idealisierten Alltag, der in intimen Aktmalereien, Selbstporträts, Interieurs und Landschaften seinen Ausdruck fand. Wer diese Kunstrichtung mag, für den ist die Doku ein MUSS.

Online ist die  Ausstrahlung noch bis zum 9. Juli 2017, auf der Seite von  Arte TV oder direkt hier unter Pierre Bonnard – Die Farben des Privaten abrufbar!


2.15 Der letzte Akt 

 

Die Aktkunst gehörte schon immer zu den bedeutendsten Genres der Kunst. Die Doku stellt die Frage, welche Richtung diese Kunstform in der modernen Zeit einschlägt. Weiterhin wird untersucht, ob es eine künstlerische Wahrnehmung der Nacktheit ohne den voyeuristischen Aspekt gibt. Auch das Beziehungssystem von Künstlern und Modell, von jeher Nährboden für Vermutungen, erfundene und wahre Geschichten, wird untersucht. U.a. kommen der Maler Markus Lüpertz und die Fotografin Bettina Rheims zu Wort. Wird die alte Kunstform durch neue Techniken wieder attraktiv oder liegt ein Zukunftsweg der Aktkunst in den skurril-schrägen Zeichenevents einer Dr.-Sketchy-Veranstaltung, wie sie sich von New York bis Berlin steigender Beliebtheit erfreuen? Ich fand die Doku hochinteressant. Kommt zwar spät, ist aber wie immer in der Arte Mediathek zu sehen.

Online ist die  Ausstrahlung noch bis zum 9. Juli 2017, auf der Seite von  Arte TV oder direkt hier unter Der letzte Akt abrufbar!


Sonntag, 25. Juni 2017

11.15 Kunst hassen, Kunst lieben …auf dem Kunstmarkt 

Kunst lieben, Kunst hassen... Auf dem Kunstmarkt
Nicole Zepter mit dem Galeristen Johann König © Lona media/Tim Scherret

Kunst ist zu einem Lifestyle geworden und verkauft sich global zu schwindelerregenden Preisen. Künstler generieren zu Helden und  sind die Superstars der Neuzeit. Aber was bedeutet das für die Kunst, wenn es nicht mehr um Qualität, sondern nur noch um Geld geht? Die Berliner Journalistin Nicole Zepter (im Foto rechts) geht dem in der ersten Folge der 4-teiligen Reihe auf der Art Basel und bei Christie’s nach. Die weiteren Teile der ca. halbstündigen Dokureihe kommen jeweils sonntags um +/-11.00 Uhr.

Online ist die  Ausstrahlung noch bis zum 23. September 2017, auf der Seite von  Arte TV oder direkt hier unter Kunst hassen, Kunst lieben …auf dem Kunstmarkt abrufbar!


17.30 Nazi Beutekunst

Nazi Beutekunst - Die wiedergefundenen Meisterwerke
Im Pariser Museum „Jeu de Paume“ wurden Teile des Beuteguts von Hitlers Kunstraubzügen gelagert © Archives du Ministère des affaires étrangères

Der Fall Gurlitt macht seit der Entdeckung von 1280 Kunstwerken in dessen Schwabing Wohnung im Februar 2012 von sich reden. Bei den Gemälden waren u.a. Werke von Henri Matisse oder Max Liebermann. Erst anderthalb Jahre später, im November 2013, wurde der Fall öffentlich und löste eine NS-Raubkunst-Debatte aus. Die Dokumentation führt die Geschichte der NS-Beutekunst anhand dreier Bilder vor Augen: „Dame in Blau vor einem Kamin“ von Henri Matisse, „Herbstsonne“ von Egon Schiele und „Der Gitarrenspieler“ von Georges Braque. Drei Meisterwerke, die für jene Kunst stehen, die von den Nazis – heute völlig unverständlich – als „entartet“ bezeichnet wurde. Es ist eine absolut sehenswerte Doku, bei der man mitunter tief durchatmen muss, wenn man sieht, was alles wo gelagert und als entartet bezeichnet wurde.

Online ist die  Ausstrahlung noch bis zum 3. Juli 2017, auf der Seite von  Arte TV oder direkt hier unter Nazi Beutekunst abrufbar!


Mittwoch, 31. Mai 2017

20.15 Yves Saint Laurent

 

Yves Saint Laurent (1936-2008) gilt als einer der einflussreichsten Modedesigner des 20. Jahrhunderts. Er gehörte zu den Wenigen die Kleidung entwarfen, die stilprägend für eine ganze Generation war. „Saint Laurent“ erzählt die Geschichte des visionären Modeschöpfers nach seinem weltweiten Durchbruch und gibt einen Einblick in das Pariser Nachtleben, wilde Affären, hier wird besonders die Drogenschwere Beziehung zu seinem Geliebten Jacques de Bascher herausgestellt sowie seine stete Zerrissenheit. Immer an seiner Seite: Geschäfts- und Lebenspartner Pierre Bergé sowie seine französische Bulldogge Moujik. Nach seinem Weggang von Christian Dior begründete er gemeinsam mit Pierre Bergé ein Unternehmen von Weltruf. Unvergessen sind seine Kreationen, seine Liebe zur Kunst und leider auch die zu Alkohol und Drogen. Yves Saint Laurents Todestag jährt sich am 01. Juni 2017 zum neunten Mal.

Der Film spiegelt authentisch sein Leben, seine Lieben und sein Wirken wieder. Wenn er auch meines Erachtens etwas zu lange geraten ist, so ist er – Dank der hervorragenden Darsteller (wie passend: ausgerechnet Helmut Berger gibt den alternden Saint Laurent) sehenswert.

Online ist der Film nach der Ausstrahlung noch bis zum 7. Juni 2017, auf der Seite von  Arte TV oder direkt hier unter Yves Saint Laurent abrufbar! Weiterer Sendetermin: Mittwoch, 21. Juni 2017 um 00.10 Uhr


22.40 Filmikonen – Magnum Photos und das Kino

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Bilder von den Dreharbeiten zu Marilyn Monroes letztem vollendeten „Spielfilm „Misfits –- Nicht gesellschaftsfähig““ festzuhalten © Elliott Erwitt/Magnum Photos

Seit Jahrzehnten steht Magnum für hochkarätige Fotografien aus den Krisengebieten der Welt. Weniger bekannt ist jedoch die sehr enge Verbindung der Fotoagentur zur fiktionalen Welt des Kinos. Anhand der faszinierenden Bilder, die Magnumfotografen mit dem Blick des Dokumentaristen auf die Welt der Illusionen am Set und hinter den Kulissen seit den 40er Jahren bis heute in Hollywood und Europa aufnahmen, erzählt dieser Film eine andere, intimere Geschichte des Kinos und seiner Stars.

Auch hier kann ich nur wieder sagen: Großartig, hochinteressant und unbedingt sehenswert!

Online ist der Film nach der Ausstrahlung noch bis zum 8. Juni 2017, auf der Seite von  Arte TV oder direkt hier unter Filmikonen abrufbar!


23.35 Im Kunstrausch

Geld regiert natürlich auch die Kunstwelt: Ein Warhol für 43,8 Millionen Dollar, ein Lucian Freud für 33 Millionen Dollar und – das teuerste Kunstwerk der Welt, versteigert in nur zwölf Minuten – ein Edvard Munch für 119,9 Millionen Dollar. Diese exorbitanten Preise haben etwas Unanständiges. Milliardäre aus der ganzen Welt stürzen sich auf Kunst, als ginge es um Gold oder Erdöl, und so ist Kunst nicht mehr Ausdrucksform des Geistes, sondern wird zu einer Geldanlage und Spekulationsobjekt. Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte des revolutionären Wandels in der Kunstwelt und ergründet das undurchsichtige und exklusive Milieu. Es geht um eine Reise rund um die Welt: zu Künstlern, Kennern, Kunstmessen – von New York und Miami über Hong Kong, Singapur, Shanghai und Doha bis nach Basel und Venedig recherchierten die Regisseurin des Films, Marianne Lamour und die Autorinnen, Danièle Granet und Catherine Lamour, im Kunstmilieu und unter seinen global agierenden Akteuren. Dabei werden auch die Maßlosigkeit und die Verirrungen sichtbar, die den internationalen Kunstmarkt mittlerweile prägen. Es ist hochinteressant zu sehen und zu hören, wie sich dieser in den letzten Jahrzehnten gewandelt hat.
Ich kann diesen hervorragenden Film jedem Kunstfan nur wärmstens ans Herz legen!
Er kommt zwar spät, ist danach jedoch noch online zu sehen.

Online ist der Film nach der Ausstrahlung noch bis zum 8. Juni 2017, auf der Seite von  Arte TV oder direkt hier unter Im Kunstrausch abrufbar!


Sonntag, 16. April 2017

16.45 Kunst und Kindheit

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Die Entdeckungsreise zu Meisterwerken der Malerei erläutert das Motiv der Kindheit über die Jahrhunderte hinweg sowie den Wandel in Technik und Ästhetik bei der Abbildung von Kindern. Der Film beschreibt die eng miteinander verwobene Entwicklung von Kunst und gesellschaftlicher Stellung des Kindes im Wandel der Zeit. Besonders deutlich wird die Veränderung der Rolle bei einem Bild, das Picasso 1969 malte: Auf „Le peintre et l’enfant“ („Der Maler und das Kind“) übernimmt das Kind mit dem Pinsel die Macht über den Künstler, wird vom Objekt zum Vorbild und inspiriert den Maler. Diese Darstellung eines Kindes, das zum eigenständigen Subjekt künstlerischen Ausdrucks geworden ist, steht am Ende eines langen Wegs, auf dem von Jean Fouquet bis Matisse, von Velázquez bis Renoir und von Van Dyck bis Picasso Generationen von Malern ihre Spuren hinterlassen haben. Eine sehenswerte Doku, die wieder einmal viel Hintergrundwissen vermittelt.

Online ist der Beitrag nach der Ausstrahlung noch bis zum 23. April 2017, in der Arte Mediathek unter der Rubrik Kunst und Kultur oder direkt hier unter Kunst und Kindheit abrufbar!


Sonntag, 26. März 2017

11.00 Künstlerinnen: Annette Messager kuratiert

 

Die Französin zählt zu den wichtigsten Künstlerinnen ihres Landes. 2005 wurde sie bei der Biennale in Venedig mit dem Goldenen Löwen für den besten Länderpavillon ausgezeichnet. Bekannt wurde sie Anfang der 70er durch ihre Assemblagen, in denen sie sich vor allem mit dem Rollenbild der Frau auseinandersetzte. Ihr Nachname „Messager“, auf Deutsch Bote, ist Programm. Sie wählt für die Nachrichten die sie in die Welt schickt unterschiedliche Arbeitsformen und Materialien. Ihre oft düster und beängstigend wirkenden Installationen basieren häufig auf traditionell weiblichen Tätigkeiten wie Sticken, Stricken oder Nähen sowie Materialien wie Wolle, Schnüre, Stofftiere und Puppen. Dabei knüpft sie an vertraute Sehgewohnheiten an und setzt Objekte und Fundstücke in einen neuen Kontext. In ihrem Pariser Atelier begleitet die Doku den Entstehungsprozess einer virtuellen Ausstellung. Annette Messager stellt bekannte Künstlerinnen wie Eva Hesse und Lynda Benglis vor, deren Arbeiten ihr eigenes Werk inspirierten, aber auch in Vergessenheit geratene Kolleginnen, wie die früh verstorbene Alina Szapocznikow.

Online ist der Beitrag nach der Ausstrahlung bis zum 02. April 2017 abrufbar!


Sonntag, 19. März 2017

11.00 Künstlerinnen: Katharina Grosse kuratiert

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In dieser Folge entwickelt Katharina Grosse in ihrem Berliner Atelier eine virtuelle Ausstellung mit Werken von Isa Genzken, Maria Lessing, Valie Export, Georgiana Houghton, Emily Kame Kngwarreye, Pamela Rosenkranz, Camille Henrot, Wangechi Mutu und Judy Miller. Der Zuschauer lernt weibliche Kunstgeschichte durch die Augen einer Künstlerin kennen und taucht ein in die kraftvollen und bedeutenden Farb- und Kunstwelten der jeweiligen Protagonistin.

Online ist der Beitrag in der Arte Mediathek in der Rubrik „Kunst & Kultur“ noch bis zum 17. Juni 2017 abrufbar oder man klickt gleich hier Katharina Grosse kuratiert


17.30 Glanz und Elend der Kurtisanen im Spiegel der Malerei

Die Doku wirft einen künstlerischen Blick auf das „älteste Gewerbe der Welt“. Viele Künstler wie u.a. Manet, Degas, van Gogh und Picasso (Les Demoiselles D’Avignon) waren fasziniert vom weiblichen Körper und thematisierten die käufliche Liebe in ihren Bildern. Wohlhabende Kurtisanen, Halbweltdamen und mittellose Straßendirnen wurden porträtiert und geben schonungslos Auskunft darüber, wie der weibliche Körper im aufstrebenden Kapitalismus des 19. und 20. Jahrhunderts „vermarktet“ wurde.

Eine tolle Dokumentation mit viel Hintergrundinformationen – ein Muss für Kunstfans!

Online ist der Beitrag in der Arte Mediathek in der Rubrik „Kunst & Kultur“ abrufbar.


Sonntag, 12. März 2017

11.00 Künstlerinnen: Jenny Holzer kuratiert

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Jenny Holzer bei der Arbeit RB/SR/WDR © phlox-films / Elia Lyssy
Im zweiten Teil dieser wunderbaren kleinen Reihe entwickelt eine der einflussreichsten Künstlerinnen der Gegenwart, die US-Künstlerin Jenny Holzer (Jahrgang 1950), eine virtuelle Ausstellung weiblicher Kunstwerke.

Holzers Medium ist Sprache. Seit über 30 Jahren steht ihr Name in der Kunstwelt für Konzeptkunst, die unsere Wahrnehmung und Beeinflussung durch Medien und Politik infrage stellt. Ihre Arbeiten sind in allen großen Museen der Welt zu finden, die Wurzeln ihres Schaffens liegen im öffentlichen Raum. Jenny Holzers Markenzeichen sind LED-Leuchtschriftbänder, die man aus der Werbung kennt. Die einst für politische Propaganda entwickelten Textträger, die durch ihr hektisches Flimmern und Blinken Passanten auf der Straße einfangen und beeinflussen sollten, wurden von ihr bereits Anfang der 80er Jahre zweckentfremdet. Mit ihren eigenen Textbotschaften ertappt, provoziert und verwirrt sie ihr Publikum dort, wo niemand Kunst erwartet: auf der Straße.

 

Online ist der Beitrag in der Arte Mediathek in der Rubrik „Kunst & Kultur“ noch bis zum 10. Juni 2017 abrufbar oder man klickt gleich hier: Jenny Holzer kuratiert


Sonntag, 05. März 2017

11.15 Künstlerinnen: Kiki Smith kuratiert

Ab heute startet eine vierteilige Dokureihe über Künstlerinnen. Den Auftakt macht die Amerikanerin Kiki Smith, eine der bedeutendsten Künstlerinnen der Gegenwart. Ihr Werk umfasst eine große Bandbreite von Arbeiten u.a. Skulpturen, Druckgrafiken, Zeichnungen, Installationen und Textilarbeiten. In ihrer virtuellen Ausstellung stellt Kiki Smith Arbeiten von elf Künstlerinnen, wie Magdalena Abakanowicz, Ursula von Rydingsvard, Lee Bontecou, Pat Steir, Marisol Escobar, Roni Horn, Geneviève Cadieux, Seton Smith, Adelle Lutz, Frida Kahlo und Valerie Hammond vor, die sich mit dem Thema Natur und den damit verbundenen Darstellungsmöglichkeiten beschäftigen: Vorbild für ihr virtuelles Ausstellungsmodell ist die Museumsinsel Hombroich (nahe Neuss, Deutschland), die zu den Lieblingsorten von Kiki Smith zählt.

Weitere Folgen, mit Jenny Holzer, Katharina Grosse und Annette Messager – jeweils sonntags!


14.40 Vermeer – Die Revanche 

Fast jeder kennt seine wunderbaren Gemälde, doch wer war Jan Vermeer van Delft (1632-1675), der niederländische Maler, der sie erschaffen hat? Obwohl seine Bilder wie „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ oder „Dienstmagd mit Milchkrug“ heute Teil des kollektiven Gedächtnisses sind, geriet der Künstler 300 Jahre lang in Vergessenheit.
2017 beleuchten drei große internationale Ausstellungen, u. a. im Louvre in Paris, Leben und Werk dieses Malers, der der Nachwelt nur 37 Gemälde hinterließ.

Der Film begibt sich auf Spurensuche: Wer war das geheimnisvolle Genie mit dem Beinamen „Sphinx von Delft“? Warum hat Vermeer so wenige Bilder gemalt? Wie war sein Alltag? Und inwiefern unterschied sich sein Werk von dem der vielen anderen Genremaler, die sich im Goldenen Zeitalter der Vereinigten Niederlande Konkurrenz machten?

Online ist der Beitrag in der Arte Mediathek in der Rubrik „Kunst & Kultur“ abrufbar.

Entstanden ist eine wunderbare Doku, die sich auf jeden Fall zum Anschauen lohnt!


17.05 Otto Dix, der schonungslose Maler 

Otto Dix (1891-1969) hat wie kaum ein anderer Maler seine Zeit seziert und entblößt.
Seine Porträts aus der Welt des Huren- und Freiermilieus, von sexueller Gewalt waren ein Tabubruch. Seine brutale Darstellung des Krieges brachte die Gesellschaft zum Beben. Sein Privatleben mit seiner Frau Martha und den drei Kindern zeigt die sanfte Seite des provokativen Malers. Der Film widmet sich dem Wechselspiel von Leben und Werk. Die Erfahrungen, die Dix als junger Soldat im Ersten Weltkrieg machte, beeinflussten ihn und  sein gesamtes Oeuvre von den Anfängen bis zu seinen letzten Werken. Archivaufnahmen des Künstlers sowie Interviews mit ihm verweben sich mit historischen Aufnahmen seiner Zeit, flankiert von Kuratoren und Galeristen.

Online ist der Beitrag in der Arte Mediathek in der Rubrik „Kunst & Kultur“ bis zum 04. April 2017 abrufbar.


Sonntag, 30. Oktober 2016

11.25  Baukunst – Das Glasschiff von Frank Gehry – 26 Min. 

Um sich ein Denkmal als Mäzen und Kunstförderer zu setzen gab Bernard Arnault, der Vorstandsvorsitzende von LVMH, 2006 ein Gebäude für die Stiftung Louis Vuitton in Auftrag. Seit 2014 bereichert nun das von Frank Gehry entworfene „Glasschiff“ den Jardin d’Acclimatation im Pariser Westen. Mitten im Bois de Boulogne machen dessen fließende Formen und die einzigartige Vereinigung aus Glas und Beton das Museum zu einer eigenen Sehenswürdigkeit. Das Bauwerk besteht aus einem großen Auditorium und elf Galerien, in denen zeitgenössische Kunst gezeigt wird. Sechs der Galerien werden dank spezieller Lichtröhren mit Tageslicht gespeist. Durch die präzise Verwendung vieler einzigartiger Elemente aus Glas und Beton vereint das Gebäude industrielle Herstellung und Handwerkskunst sowie auch die Luxusindustrie, deren jüngstes Aushängeschild dieser bemerkenswerte Komplex ist. Seine von den Glassegeln geschützten Terrassen laden auf einen architektonischen Spaziergang ein und eröffnen eine wunderbare Sicht auf und um die französische Hauptstadt.

Ein Kommentar zu „TV-Tipps in Sachen Kunst

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