Die Seerosen – Claude Monets Vermächtnis, am 11.11.2018 auf Arte

Wer schon einmal in Paris war und die Orangerie in den Tuillerien besucht hat, kommt nicht umhin, Claude Monets Vermächtnis an den französischen Staat zu bewundern: In zwei großen, ovalen Sälen befinden sich übergroße Werke seiner berühmten Seerosenbilder. Es ist ein fast meditatives Erlebnis dort einzutauchen und, falls man gerade einmal so gut wie alleine in einem der Räume ist, dann kann man tatsächlich in der Schönheit der Werke versinken. Monet soll über 300 seiner zauberhaften Seerosenbilder gemalt haben. Für mich gehört ein Besuch in der Orangerie zum Must see eines jeden Paris-Aufenthaltes. Vor einiger Zeit fiel mir im ersten der beiden Säle etwas Besonderes auf. Irgendwie erschien es mir, als ob Monet im hinteren Drittel des Bildes auf der linken Seite ein Gesicht/Porträt versteckt hat (siehe Foto). Ich frage mich, ob es sich vielleicht um das Konterfei von Georges Clemenceau handelt?

Arte zeigt morgen um 16.30 eine Dokumentation, wie es zu dieser Schenkung kam und beleuchtet dabei die lebenslange und tiefe Freundschaft zwischen dem Staatsmann Georges Clemenceau und dem Impressionisten Claude Monet. Mehr unter Art & Culture on TV

Robert Delaunay und Paris

Das Kunsthaus Zürich zeigt noch bis zum 18. November 2018 eine umfassende Ausstellung zum Werk des französischen Avantgarde-Künstlers. Delaunay (1885-1941) experimentierte mit Formen und Farben und untersuchte deren Einsatz in der Darstellung von Bewegung, Technik und Sport. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. In Zürich sind derzeit, neben Fotografien und Filmen von Zeitgenossen Delaunays, 80 Werke zu bewundern. Neben den bekannten, fast kubistisch anmutenden Gemälden mit dem Eiffelturm als zentralem Sujet, spielen auch Luftfahrt, Werbung und Portraits eine wichtige Rolle und vermitteln dem Besucher einen umfassenden Eindruck vom Können des unkonventionellen Künstlers.

Der Schriftsteller Guillaume Apollinaire, Kritiker und Unterstützer von Delaunays Kunst, ordnete diese optischen Effekte, die auf den in sich geschlossenen Beziehungen, Spannungen und Harmonien reiner Farbe beruhten, seinem eigenen Konzept des Orphismus, eine aus dem Kubismus entstandene Kunstrichtung zu, in dem er Vorstellungen zu Farbe, Licht, Musik und Poesie miteinander verband. Delaunay hingegen bezeichnete seine Gemälde lieber als reine Malerei. Die erfährt in seinem gefeierten Werk „Disque (Le premier disque), von 1913, höchste Vollendung. Alle erkennbaren Bezüge auf eine sichtbare Welt sind verschwunden und stattdessen wird eine konkrete Darstellung prismatischer Lichteffekte dargeboten.
In seiner Serie „Rythmes sans fin“ näherte er sich der Welt geometrischer Abstraktion an, die zu Beginn der 1930er-Jahre in Paris an Dynamik gewonnen hatte. Seine Arbeiten sollten später der Op Art als Vorbild dienen und wurden richtungsweisend für Künstler, die sich eines konkreten, konstruktivistischen Stils bedienten. (Auszug Pressetext)

Die Ausstellung ist wirklich sehenswert und zeigt einige (für mich) neue und wichtige Facetten Robert Delaunays. Vor allem jedoch vermittelt sie Fröhlichkeit, denn die Wirkung der wunderbar kuratierten Zusammenstellung und die Farbenpracht der Werke lassen einem das Kunsthaus schließlich mit einem Lächeln im Gesicht verlassen.

Kunsthaus Zürich
Heimplatz 1
CH 8001 Zürich
Tel.: +41 (0)44 253 84 84

Öffnungszeiten:
Fr. bis So., Di.: 10 – 18 Uhr,
Mi. und Do.: 10 – 20 Uhr
Feiertage: siehe www.kunsthaus.ch