Manet – Ausstellung in Hamburg

Außenansicht Galerie der Gegenwart © starkandart.com

MANET – SEHEN
Der Blick der Moderne – noch bis zum 04. September 2016

Wer gerade in Hamburg ist oder eine Reise plant, dem kann ich einen Besuch der wiedereröffneten Hamburger Kunsthalle nur wärmstens ans Herz legen. Unter vielen anderen Highlights ist dort eine großartige Ausstellung des französischen Malers Édouard Manet (1832-1883) zu sehen. Ich war dort und – verzaubert.

Man geht durch das Foyer des neu eröffneten Gründungsbaus hinab ins Untergeschoß zur Galerie der Gegenwart. Am Ende des modern gestalteten Tunnels mit Lichtinstallation (unten), taucht man dann in die Welt des 19. Jahrhunderts ein – zu einem der großen Wegbereiter der modernen Malerei.

Übergang zur Galerie der Gegenwart © Starkandart.com
© Starkandart.com
Der erste Raum der Ausstellung © starkandart.com

Manet war ein Bohemien, ein Mann der sich nichts vorschreiben ließ und wenn der Salon, so nannte man die großen Kunstschauen jener Zeit in Paris, seine Werke nicht ausstellen wollte, dann organisierte er das eben kurzerhand selbst. Nicht immer mit Erfolg, doch Manet ließ sich davon nicht beirren. Er hat mit seiner Art zu malen wie kein Zweiter die Kunst des 19. Jahrhunderts revolutioniert. Sein Zeitgenosse, der Impressionist Camille Pissarro sagte einmal über ihn, er bringe „Licht ins Schwarz“. Eine Technik, die zu jener Zeit in der Malerei eher ungewöhnlich war.

Die Ausstellung zeigt 60 Werke Manets. Viele davon sind nicht nur Kunstkennern bekannt. So verzaubern im ersten Raum auch gleich mehrere seiner Hauptwerke, wie „Der Balkon“, entstanden um 1868/69 (unten)

Der Balkon, 1868/69 © starkandart.com

oder das „Frühstück im Atelier“, 1868 (unten) den Betrachter.

Das Frühstück im Atelier, 1868  © starkandart.com

Auch „skandalträchtige“ Werke wie das Bild des Ausstellungsplakats ziehen einem in ihren Bann. Es zeigt Nana, eine Prostituierte, die sich beim Nase pudern frech – unerhört, ein Skandal zu jener Zeit! – dem Betrachter zuwendet, während ihr Kunde teilnahmslos zur Seite blickt.

Nana, 1877 © starkandart.com

Es gäbe in der Tat noch Vieles zu erwähnen. Es werden Werke von Zeitgenossen wie seiner Schwägerin und langjährigen Malerfreundin Berthe Morisot oder die des Künstlers Marcellin Despotin und anderen gezeigt. Wer Zeit mitbringt, der sollte sich auch unbedingt die Dokumentation über eines seiner Modelle, Victorine Meurent, anschauen. Sie wurde durch das Bild der lasziv auf ihrem Bett liegenden „Olympia“ bekannt. Dieses Werk ist zwar nicht in der Ausstellung, dennoch erfährt man Interessantes über dessen Hintergründe und wie es entstanden ist. Anbei ein paar kleine Appetithappen dessen, was die Besucher dieser großartigen Schau erwartet:

Die Krocketpartie, 1873 © starkandart.com
Émilie Ambre in der Rolle der Carmen 1880 © starkandart.com
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Impressionen der Ausstellung © starkandart.com
Lola de Valance, 1862 © starkandart.com
Lise Campinéanu, 1878 © starkandart.com
Antonin Proust, 1880 © starkandart.com
Im Wintergarten, 1878/79 © starkandart.com

Kuratiert wurde die Ausstellung von Prof. Dr. Hubertus Gaßner.

Kleiner Tipp am Schluss: Unbedingt den toll gestalteten Katalog zur Ausstellung mitnehmen. Für 24 Euro ist er im Museumshop oder online unter www.freunde-der-kunsthalle.de zu erwerben.

 

 

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