Picasso, Jeff Koons, Jan Fabre – auf Arte

Am 31. Juli gibt es gleich drei tolle Dokumentationen über großartige Künstler auf Arte zu sehen! Es geht los mit Picasso und sein Verhältnis zur Fotografie sowie dem Genie als Objekt der Begierde, schließlich gehörte er zu den meistfotografierten Menschen des 20. Jahrhunderts. Dann einer meiner Gute-Laune-Künstler schlechthin: Jeff Koons. Die Doku gibt einen umfassenden Überblick vom Umfeld und der Arbeitsweise Koons, gewürzt mit einigen schlauen Philosophien des Künstlers. Nachts kann man dem belgisch / flämischen Performancekünstler Jan Fabre bei seinem Wirken über die Schulter blicken. Mehr unter der Rubrik: Art & Culture on TV – dort sind auch weitere interessante Links über bereits ausgestrahlte Dokus, von „Impressionismus“ (unbedingt sehenswert und nur noch bis zum 1. August in der Mediathek) bis zur „Geschichte des Louvre“ zu finden!

Joan Miró in der kunsthalle messmer, in Riegel am Kaiserstuhl

Am vergangen Sonntag war ich in der Ende Juni eröffneten Ausstellung des spanisch, katalanischen Künstlers Joan Miró (1893-1983). Im idyllischen Riegel am Kaiserstuhl zeigt die kunsthalle messmer noch bis zum 27. November eine umfassende und fantastisch zusammengestellte Auswahl des Multitalents, der als Maler, Bildhauer, Grafiker und Keramiker zu den wichtigsten Vertretern der Klassischen Moderne des 20. Jahrhunderts gehört.

Die Kunsthalle befindet sich am südlichen Ortsrand von Riegel in einem ehemaligen Brauereigebäude, umgeben von Kunst, fast mitten im Grünen nahe dem Leopoldskanal und perfekt eingebunden in die Schönheit der südbadischen Landschaft.

Doch bevor ich weiter über meine Heimat Südbaden schwärme, zurück zur Ausstellung: Bereits der Titel „Der leidenschaftliche Malerpoet“ deutet die enge Beziehung Mirós zu Poesie und Dichtung an – was in den gezeigten Bildern überwiegend farbenfroh zum Ausdruck kommt. Zart, spielerisch und verträumt erscheinen die vorgestellten, in zwölf Räume unterteilten Werke seines Œuvres.

Die Schau mit 120 Beispielen seines Schaffens besteht überwiegend aus Grafiken, darunter Originale sowie Lithografien, Radierungen, Fotografien etc. Sie spannt einen Bogen vom Surrealismus der 1930er Jahre bis hin zum eher düsteren Spätwerk des Künstlers und vermittelt einen wunderbaren Eindruck über sein Werk. Mehr über die Ausstellung und Miró finden Sie hier…

Noch ein TV-Tipp: Der Tick als Kunst

Viele mögen meine Affinität zu Arte kennen, und deshalb gibt es hier gleich noch einen Tipp einer unbedingt sehenswerten und auch berührenden Dokumentation. Da sie erst heute Nacht um 2.10 läuft, aber bereits in der Mediathek ist, hier gleich der Link!

Die wohl bekannteste Protagonistin mit einem Tick, ist die Japanerin Yayoi Kusama.
Sie wurde mit ihren Punkten weltberühmt. Man erfährt, was die Punkte für sie bedeuten.  Darüber hinaus werden fünf weitere besondere Künstler aus Deutschland, USA, Belgien und Frankreich vorgestellt.

Bis zum 31. Juli 2016 in der Arte Mediathek abzurufen, oder gleich hier! Bitte beachten Sie auch meine weiteren Tipps in Sachen „Art on TV

Impressionismus, heute im TV

Sensation Impressionismus
Bal au Moulin de la Galette, von Pierre-Auguste Renoir, 1876 – MusŽe d’Orsay © MusŽe d’Orsay. Foto: ARTE France

Arte zeigt heute um 17.35 Uhr eine großartige Dokumentation über eine meiner liebsten Stilrichtungen in der Malerei, den Impressionismus. Wer also trotz der Hitze abtauchen will in die wunderbare Welt von Renoir, Degas und Monet, dem kann ich diesen Film nur ans Herz legen. Vor rund 150 Jahren wurden die Impressionisten vom akademischen Kunstbetrieb, allen voran der Pariser Salon, als „wahnsinnig“ beschimpft. Heute sind die Protagonisten dieser Richtung hoch geschätzt. Ihre Werke wechseln weltweit zu Schwindel erregenden Summen ihre Besitzer, was es gerade für Museen oft erschwert, diese zu erwerben. Gestützt auf Briefe der Hauptvertreter des Impressionismus veranschaulicht die Dokumentation die ungeheure Begeisterung für eine anfänglich verkannte Kunstrichtung. Gibt es im Anschluss auch in der Arte-Mediathek zu sehen. Mehr TV-Tipps in Sachen Kunst gibt es hier!

Paul Klee Ausstellung „Irony at Work“, im Centre Pompidou, Paris

Paul Klee - Insula dulcamara. 1938, 481. Zentrum Paul Klee, Bern
Paul Klee – Insula dulcamara. 1938, 481. Zentrum Paul Klee, Bern © starkandart.com

Da das Centre Pompidou zu den Museen gehört, die montags geöffnet sind, habe ich mir die Ausstellung einer meiner Lieblingsmaler, Paul Klee, für den letzten Tag meines Paris Aufenthalts aufgehoben. Unter dem Titel: „Ironie im Werk“ (L’Ironie À L’Œuvre) ist dort eine wunderbare und teils sehr humorvolle Zusammenstellung seiner Arbeiten noch bis zum 1. August 2016, zu sehen.

Klee (1879-1940) war ein musisch hoch begabter Mensch. Zu Beginn seiner Karriere musste er sich entscheiden, ob er seinen Weg als Violinist oder vielleicht doch als Maler gestalten will. Zum Glück hat er sich für das Letztere entschieden.

Die Ausstellung ist in sechs Themenbereiche aufgeteilt und spannt einen weiten Bogen, von satirischen Zeichnungen über seine Begegnungen mit dem Kubismus sowie dem Konstruktivismus über Rückblenden, seiner Begegnung mit Picasso bis hin zu der schwierigen Zeit des Nationalsozialismus, in der er auch seiner Tätigkeit als Professor an der Kunstakademie in Düsseldorf enthoben und als entarteter Künstler deklassiert wurde.

1911 schloß sich Klee der Münchner Kunstvereinigung „Der blaue Reiter“ an. Doch so richtig zur Farbe fand er bei seiner berühmten Tunisreise, die er 1914 zusammen mit den Malern August Macke und Louis Moilliet unternommen hatte. Beeindruckt von dem, was er dort sah, fertigte er unzählige Aquarelle und Zeichnungen, auf denen er seinem Gefühl für Farbe freien Lauf ließ.

1920 wurde er von Walter Gropius ans Bauhaus nach Weimar berufen. Er prägte als Lehrer mit Kollegen wie Wassily Kandinsky, Georg Muche, Lyonel Feininger oder Oskar Schlemmer u. a., das Zeitgeschehen in Sachen Kunst und Stil – die Moderne – entscheidend mit. Von dort ging er 1931 nach Düsseldorf, um an der Kunstakademie zu unterrichten. Im Jahr darauf fand dort eine große Ausstellung Klees mit über 250 Werken statt. Doch seine Kunst gefiel nicht jedem. Und so verließ er 1933 Deutschland unter dem Druck der Nationalsozialisten und ging zurück in sein Geburtsland, die Schweiz, wo er 1940 verstarb.

Klee gehörte zu den wenigen Malern, die ihr Werk kontinuierlich durchnummerierten. Und so kamen im Lauf seines bewegten Lebens über 9000 Werke zusammen, die auch immer wieder von seiner zweiten großen Begabung, der Musik, beeinflusst waren.

„Die Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar“, Paul Klee

Unter der Rubrik „Books & More“ gibt es einen tollen Buchtipp zu Klee!

Adresse:
Place Georges-Pompidou, 
75004 Paris, Frankreich
Öffnungszeiten:
Täglich ausser Dienstag, von 11 bis 22 Uhr

 

Daniel Buren in der Fondation Louis Vuitton, Paris 


Endlich konnte ich einen lang gehegten Traum wahr werden lassen und die Fondation Louis Vuitton im Bois de Boulogne besuchen. Das Wetter war auf meiner Seite (30 Grad, Sonne satt) und was ich dort zu sehen bekam, war schlicht überwältigend.


Ende Oktober 2014 wurde das von Bernard Arnault, dem Vorstandsvorsitzendem von LVHM, initiierte Privatmuseum eröffnet. Entworfen und erbaut hat das Meisterwerk mit zahlreichen Galerien und Aussichtsterrassen, der amerikanische Architekt Frank Gehry. Das Wahrzeichen das er damit geschaffen hat, ist an sich schon außergewöhnlich – aber jetzt, mit der Installation „en situ“ des französischen Künstlers Daniel Buren (Jahrgang 1938), ist es einfach unwiderstehlich. Bereits vor Eröffnung der Fondation war Buren im Gespräch mit Frank Gehry, darüber was man mit dem Gebäude machen könnte. Heraus kam eine Installation mit dem Titel „The Observatory of Light“ – mit 13 Farben, verteilt auf die zwölf Glassegel, die dem Gebäude als Dach dienen. Die Installation wurde im Mai diesen Jahres eröffnet und laut Plan begeistern die bunten Dächer noch bis Mitte 2017. Burens Markenzeichen sind seine immer exakt 8,7 cm breiten Streifen sowie die farbenfrohen Installationen auf Zeit (en situ). Er verzaubert damit nicht nur das Licht – auch die Betrachter seiner einzigartigen Kunstwerke.
Egal, ob man drinnen oder draußen auf einer der Terrassen ist, man erlebt immer wieder neue und beeindruckende Lichtsituationen und farbenfrohe Momente. Blickt man nach Westen, sieht man die Skyline von La Defense, Richtung Osten den Eiffelturm.


Ich kann jedem Parisbesucher raten, in den Bois de Boulogne zu gehen und sich dieses architektonische Highlight anzusehen. Es ist ein visueller Genuss zu jeder Tages- und Jahreszeit, nicht nur für Kunstsinnige, die bei den Ausstellungen zeitgenössischer Werke, aktuell sind es chinesische Künstler aus der Sammlung der Fondation, voll auf ihre Kosten kommen.

Im unteren Teil des Gebäudes befindet sich ein Auditorium mit Werken des im Dezember 2015 verstorbenen Ellsworth Kelly, im Aussenbereich unten verzaubert eine Installation des dänischen Künstlers Ólafur Eliasson mit gelben und verspiegelten Flächen.

Fondation Louis Vuitton
8, Avenue du Mahatma Gandhi
Bois de Boulogne
75116 Paris

Zum Schluss noch ein Tipp: 
Am einfachsten erreicht man die Fondation Louis Vuitton mit dem eigens eingerichteten Shuttle Service. Der Bus fährt alle 15 Minuten ab der Haltestelle nahe dem Triumphbogen, bei der Place Charles de Gaulle, in der Avenue Friedland. Kosten: Parisfreundliche 1,00 €

 

Amadeo de Souza-Cardoso


Im Grand Palais entdeckte ich heute einen Künstler, den ich bislang so nicht auf der Uhr hatte. Umso begeisterter war ich, als ich dessen sehr umfangreiches Oeuvre sah. Die Karriere Cardosos war in zwei Phasen geteilt: seine Jahre in Paris (1906-14) und jene in Manhufe, Portugal (1914-18). In seiner Pariser Zeit trat er in einen Dialog mit Künstlern wie Amedeo Modigliani, Pablo Picasso, Juan Gris, Constantin Brâncuși sowie Robert und Sonia Delaunay – was in seinen Arbeiten auch unschwer zu erkennen ist. Seine Bilder wurden in den Pariser Salons (1911-12), der Armory Show in New York, USA (1913) sowie im ersten Herbstsalon in Deutschland (1913) gezeigt und fanden bei einem breiten Publikum große Beachtung.


Unter dem Einfluss des Kubismus und Expressionismus
entstanden farbenfrohe Werke wie diese:


Oder hinreißende Tusche-, Aquarell- und Bleistiftzeichnungen:

Amadeo de Souza-Cardoso gilt als Vorreiter der postmodernen portugiesischen Malerei. Seine Stile grenzen an Expressionismus, Kubismus, Futurismus und die Moderne.

Leider starb Cardoso sehr jung, mit nur 30 Jahren, an der Spanischen Grippe.
Dennoch hat er ein unglaubliches Oeuvre hinterlassen.